Schweißtrainersysteme – Ausbildung von Schweißfachpersonal

Schweißtrainersysteme und ihre künftige Rolle bei der Ausbildung von Schweißfachpersonal 

Schweißtrainersysteme gehören zu den Themen, mit denen sich die Fügetechnik intensiv beschäftigt. Dabei geht es aber nicht nur um die technischen Aspekte und die Entwicklung der Systeme als solches, sondern auch um die Frage, welche Rolle Schweißtrainersysteme künftig bei der Ausbildung von Schweißfachpersonal spielen könnten.

 

Schweißtrainersysteme gibt es in zwei Varianten.

In den vergangenen 15 Jahren wurden weltweit verschiedene Schweißtrainersysteme entwickelt. Dabei lassen sich die Systeme, die auch Virtual Welding Training Systems oder kurz VWTS genannt werden, in zwei große Gruppen einteilen. So gibt es zum einen Systeme, die mit Computeranimationen arbeiten.

Da bei diesen Systemen ein nur sehr geringes Gefährdungspotenzial gegeben ist und zudem keine Schutzausrüstung benötigt wird, können diese Schweißtrainersysteme sowohl in Ausbildungsbetrieben und Werkstätten als auch in Schulungsräumen und Hörsälen eingesetzt werden.

Zum anderen gibt es Systeme, die mit einem echten Lichtbogen arbeiten. Dabei sorgen die Helligkeit des Lichtbogens, die Hitzeentwicklung, die Geräuschkulisse und das Tragen der erforderlichen Schutzausrüstung dafür, dass Bedingungen entstehen, die der Realität sehr nahe kommen. Neben diesen beiden grundlegenden Konzepten gibt es noch eine Reihe weiterer Unterscheidungsmerkmale.

So sind einige Systeme für den stationären Einsatz konzipiert, andere Systeme verfügen über mobile Module und je nach Konzept stellen die Schweißtrainersysteme verschiedene Schweißverfahren, Schweißprozesse und Schweißpositionen dar. Unabhängig von den technischen Unterschieden haben jedoch alle Systeme gemeinsam, dass sie die Abläufe beim Schweißen möglichst praxisnah abbilden möchten.

Dadurch ermöglichen sie nicht nur, erste Schweißerfahrungen zu sammeln, sondern machen es auch einfacher, die komplexen Abläufe eines Schweißprozesses nachzuvollziehen. Dies liegt daran, dass die Schweißtrainersysteme den Ablauf in einzelne Parameter wie beispielsweise den Winkel, den Abstand zum Werkstück oder die Brennerführung aufteilen, und jeder dieser Parameter kann separat trainiert werden. 

Schweißtrainersysteme bieten einige Vorteile.

Verglichen mit der klassischen Schweißerausbildung bieten Schweißtrainersysteme einige Pluspunkte. Einer der größten Vorteile liegt sicherlich darin, dass während der laufenden Übung jederzeit Korrekturen vorgenommen und Hilfestellungen gegeben werden können. Während bei einem realen Schweißprozess die Qualität in aller Regel erst nach Abschluss der Arbeit bewertet werden kann, erfolgen beim Einsatz von Schweißtrainersystemen Beurteilungen und notwendige Korrekturen unmittelbar während der virtuellen Schweißarbeit.

Zudem fördert das direkte Feedback das Verständnis der Abläufe und da die einzelnen Parameter getrennt voneinander trainiert werden können, vermitteln die Systeme Schritt für Schritt die erforderlichen Fertigkeiten für Schweißprozesse.

Vorteilhaft aus Sicht von beispielsweise Ausbildungsbetrieben ist aber auch, dass durch Schweißtrainersysteme Material, Energie und Zeit eingespart werden können.

Da der Lernende nicht abgeschieden in einer Schweißkabine übt, kommt hinzu, dass der Ausbilder gleichzeitig die richtige Körperhaltung vermitteln kann und daneben auch Erkenntnisse im Hinblick auf die optimale Ausgestaltung von Schweißerarbeitsplätzen gewonnen werden können.

Schulen und Universitäten profitieren von Schweißtrainersystemen, weil sie auf diese Weise praxisnahe Einheiten in den Unterricht integrieren können.

Interessant können Schweißtrainersysteme aber auch im Hinblick auf die Personalsuche sein, denn durch einen virtuellen Schweißvorgang könnte ein Bewerber schon im Zuge des Vorstellungsgesprächs unter Beweis stellen, wo seine Stärken und seine Schwächen liegen. Ein weiterer Pluspunkt liegt darin, dass durch Schweißtrainersysteme das Interesse am Schweißen geweckt werden kann. Schweißfachkräfte werden dringend benötigt und durch die virtuellen Systeme mit ihrem Computerspielen ähnelnden Charakter können möglicherweise die Nachwuchskräfte von morgen für einen Beruf im Bereich der Schweißtechnik begeistert werden.  

Schweißtrainersysteme und ihre künftige Rolle bei der Ausbildung von Schweißfachpersonal.

Schweißtrainersysteme sind ein ideales Hilfsmittel, um Azubis auf die praktischen Teile der Ausbildung vorzubereiten. Von Anfang an vermitteln die Systeme die grundlegenden Abläufe eines Schweißprozesses, stellen theoretische Lerninhalte bereit und ermöglichen ein gezieltes Training der erforderlichen Handfertigkeiten. Azubis können dadurch Erfahrungen sammeln und ihr Wissen abgestimmt auf ihr individuelles Lerntempo kontinuierlich aufbauen und vertiefen.

Die unterschiedlichen Schweißtrainersysteme, die derzeit zur Verfügung stehen, sorgen dabei dafür, dass die Ausbildungseinrichtung den virtuellen Schweißtrainer auswählen kann, der optimal zu ihren Bedürfnissen und Anforderungen passt. Dabei ist die Entwicklung aber keinesfalls abgeschlossen, sondern ganz im Gegenteil werden steigende Computerleistungen und Erfahrungswerte die Grundlagen für technische Weiterentwicklungen schaffen.

Schon jetzt ist aber absehbar, dass Schweißtrainersysteme sowohl die praktische als auch die fachtheoretische Aus- und Weiterbildung zum Internationalen Schweißer, Schweißfachmann, Schweißlehrer, Schweißtechniker oder Schweißfachingenieur verändern werden. Trotzdem werden die virtuellen Schweißtrainersysteme insbesondere die praktischen Ausbildungsteile auch langfristig gesehen nicht ersetzen können.

Zweifelsohne sind VWTS eine sinnvolle und effektive Ergänzung für die schweißtechnische Ausbildung, aber die Erfahrungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ein Schweißer in seinem Berufsalltag braucht, lassen sich letztlich nur durch reale Schweißprozesse sammeln.

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