Berufsportrait und Ausbildung zum Schweißwerker

Berufsportrait und Ausbildung zum Schweißwerker 

Beim Schweißwerker handelt es sich um einen Ausbildungsberuf für Menschen mit Behinderung, der nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt ist. Durchgeführt wird die Ausbildung entweder als duale Ausbildung in der Bauindustrie oder in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation.

Dabei wird die Ausbildung, je nach geltender Regelung, sowohl mit Fachrichtungen als auch als Monoberuf ohne Fachrichtungen angeboten. 

 

Bei einer Ausbildung mit Fachrichtung ist der Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss Schweißwerker der Fachrichtung Gasschmelzschweißen oder Schweißwerker der Fachrichtung Lichtbogenschweißen. Bei einer Ausbildung als Monoberuf lauten die möglichen Ausbildungs- und Berufbezeichnungen Schweißwerker oder Schweißfachwerker.

Hier nun das Berufsportrait sowie alles Wichtige zur
Ausbildung zum Schweißwerker in der Übersicht:
  
 

Die Tätigkeiten und Aufgabenbereiche

Schweißwerker sind im Metallbereich tätig, die Grundlage für ihre Arbeit bildet § 66 Berufsbildungsgesetz. Wie die Berufsbezeichnung nahelegt, wenden Schweißwerker das Schweißen als Fügetechnik an, um unterschiedliche Werkstoffe wie beispielsweise Leicht- und Schwermetalle, Stähle, Legierungen oder auch Kunststoffe unlösbar miteinander zu verbinden.

Sie montieren und demontieren Bauteile und Baugruppen, wobei sie nach Fertigungsplänen vorgehen und sich exakt an die Schweißanweisungen halten. Bevor Schweißverbindungen hergestellt werden, bereiten Schweißwerker die Werkstoffe und die Nahtstellen sorgfältig vor, denn eine sorgfältige Vorbereitung ist die Voraussetzung für eine genaue und saubere Schweißnaht.

Ebenfalls in ihren Aufgabenbereich gehört die Qualitätskontrolle, bei der die Schweißarbeiten durch unterschiedliche Prüfverfahren kontrolliert werden. So dienen beispielsweise Bruchproben dazu, um Bindefehler, Risse, Poren oder Schlackeeinschlüsse zu beurteilen, mithilfe von Nahtlehren wird die Dicke der Schweißnähte ermittelt.Schweißwerker werden sehr vielseitig eingesetzt.

Arbeitsplätze finden sie in der gesamten Bauindustrie, beispielweise in Produktions- und Montagebetrieben oder bei Bauunternehmen, die Hallen oder Brücken bauen. 
 

Die Ausbildung zum Schweißwerker

Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist für die Ausbildung zum Schweißwerker nicht vorgeschrieben. In aller Regel ist aber eine Eignungsuntersuchung, die durch die zuständige Agentur für Arbeit veranlasst wird, Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung.

Die Ausbildung selbst dauert dann zwei oder drei Jahre und kann als duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule oder in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation absolviert werden.  

Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule

Zu den Ausbildungsbetrieben, in denen angehende Schweißwerker ihre Ausbildung absolvieren können, gehören Unternehmen in den Bereichen Heizungs- und Lüftungsbau, Rohrleitungsbau, Behälter- und Apparatebau, Kessel- und Kraftwerksbau, Karosseriebau oder Metall-, Stahl- und Brückenbau. In ihrem Ausbildungsbetrieben lernen die angehenden Schweißwerker Schritt für Schritt alle die Arbeitsabläufe und Arbeitsbedingungen kennen, die nach Abschluss ihrer Ausbildung zum Berufsalltag gehören.

Dabei wird die individuelle Situation von Menschen mit Behinderung aber stets berücksichtigt. Zu den wesentlichen Aufgaben von Schweißwerkern gehört, Eintelteile und Baugruppen für die Montage von Anlagen und Bauwerken zusammenzuschweißen. Meist erfolgt diese Arbeit im Stehen, teilweise lassen sich Zwangshaltungen wie das Knien oder das Bücken aber nicht vermeiden. Wird im Freien gearbeitet, können Faktoren wie Kälte oder Nässe hinzukommen, in Werkshallen hingegen sind Schweißwerker oft Maschinenlärm ausgesetzt.

Neben der Durchführung von Schweißarbeiten lernen die angehenden Schweißarbeiter auch, ihre Arbeiten auf Grundlage von Konstruktionszeichnungen und Schweißplänen vorzubereiten und ihre Monateplätze einzurichten. Ein weiterer wichtiger Aspekt während der Ausbildung und der späteren Berufstätigkeit sind die Sicherheitsvorschriften, zu denen auch das Tragen von entsprechender Schutzkleidung gehört. Angeleitet werden die Azubis von ihrem Ausbilder und von erfahrenen Kollegen, die Lernfortschritte und Arbeitsergebnisse werden kontinuierlich kontrolliert.

Dabei müssen die Azubis aber noch nicht die volle Verantwortung tragen, denn die Fachkräfte, die den Azubis zur Seite stehen, stellen sicher, dass die Bleche, Rohre und Profile fachgerecht zugerichtet und die Einzelteile richtig zusammengeschweißt werden und dass die Azubis aus möglichen Fehlern lernen. In der Berufsschule werden die theoretischen Inhalte vermittelt, die die Basis für die spätere Berufstätigkeit bilden.

Der Unterricht findet dabei entweder ein- bis zweimal pro Woche oder als Blockunterricht in Blöcken von meist drei oder vier Wochen statt. Sofern der Blockunterricht nicht am Wohnort erfolgt, wohnen die Azubis während dieser Zeit in entsprechenden Einrichtungen wie beispielsweise einem Internat. 

Ausbildung in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation

Wird die Ausbildung in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation absolviert, ist diese Einrichtung Schule und Lehrwerkstatt in einem. Auch hier lernen die angehenden Schweißwerker alle theoretischen Grundlagen und praktischen Fertigkeiten, die für eine Tätigkeit als Schweißwerker erforderlich sind.

Je nach Behinderung werden die Azubis dabei von pädagogischem und medizinischem Fachpersonal unterstützt. Befindet sich die Einrichtung nicht in der Nähe des Wohnortes, wohnen die Azubis während der Ausbildung meist in einem Internat.

Sehr häufig unterhalten Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation dabei betreute heilpädagogische Wohngruppen, wodurch sich die Azubis auch im Bereich der persönlichen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen weiterentwickeln können.   

Der Ausbildungsabschluss

Die Abschlussprüfung findet entsprechend der Ausbildungsregelungen der zuständigen Industrie- und Handelskammer statt und gliedert sich in eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung.

Die Zwischenprüfung umfasst einen praktischen Prüfungsteil und eine schriftliche Kenntnisprüfung. Die Abschlussprüfung setzt sich ebenfalls aus einem praktischen und einem schriftlichen Prüfungsteil zusammen. In der praktischen Prüfung fertigen die Azubis ein Prüfungsstück an und führen mehrere Arbeitsproben in Form von Schweißaufgaben nach Vorgabe durch. In der schriftlichen Prüfung geht es darum, Aufgaben aus den Prüfungsfächern Fachkunde, Fachzeichnen, Fachrechnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde zu lösen.

Um bestimmte behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen, sind im Einzelfall Prüfungserleichterungen möglich. So können beispielsweise praktische oder schriftliche Prüfungsteile durch andere geeignete Prüfungsleistungen ersetzt werden, bei Prüflingen mit Hörbehinderung ist die Beteiligung eines Gebärdendolmetschers möglich.

Eine nichtbestandene Abschlussprüfung kann bis zu zweimal wiederholt werden, wobei sich die Ausbildungszeit dann entsprechend verlängert.

Weiterführende Schweißtechniken und Anleitungen zum Schweißen:

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