Berufsportrait Schweißlehrer

Berufsportrait: Schweißlehrer 

Wie die Berufsbezeichnung bereits erahnen lässt, sind Schweißlehrer Lehrkräfte im Bereich der Schweißtechnik. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, schweißtechnische Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen von betrieblichen und überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungen zu vermitteln.

Sie unterrichten also sowohl Azubis als auch andere Personen, die im Bereich der Schweißtechnik tätig sind. 

 

Welche Tätigkeiten Schweißlehrer, die synonym teils auch als Lehrschweißer bezeichnet werden, konkret übernehmen, wo sie Arbeitsplätze finden und wie ihre eigene Ausbildung abläuft, erklärt das folgende Berufsportrait: 

Die Aufgaben und Tätigkeiten von Schweißlehrern

Schweißlehrer sind arbeitspädagogisch geschulte Schweißfachkräfte, die praktisch und fachtheoretisch eines oder mehrere Schweißverfahren lehren. Zu ihren Schülern gehören einerseits Azubis im Rahmen der betrieblichen Ausbildung, andererseits aber auch andere Personen, die künftig Schweißarbeiten übernehmen sollen. Im Zuge des Unterrichts werden Metallbaukonstruktionen, Rohrleitungen, Behälter und andere Anlagenbauteile mithilfe der Schweißtechnik angefertigt und auf Basis von Konstruktionszeichnungen und Schweißplänen theoretische und praktische Unterweisungen ausgearbeitet und durchgeführt.

Die Grundlage für den Unterricht bilden dabei die jeweiligen Lehrpläne.Sind Schweißlehrer in Betrieben tätig, sind sie in den meisten Fällen jedoch nicht nur als Lehrkräfte beschäftigt, sondern in ihrer Funktion als Vorarbeiter und Meister fallen auch Führungsaufgaben in ihren Zuständigkeitsbereich.

So übernehmen sie beispielsweise die Einarbeitung von neuen Mitarbeitern in unterschiedliche Arbeitsbereiche, die Einweisung und Anleitung von Fach- und Hilfskräften oder die Einteilung der Mitarbeiter entsprechend der zu erledigenden Aufgaben und Arbeiten. Teilweise sind sie auch für die Qualitätskontrollen von fertig gestellten Arbeiten zuständig.

Qualifizierte Scheißarbeiten, die spezielles Können und Berufserfahrung voraussetzen, erledigen sie meist selbst und mitunter übernehmen sie auch die Funktion als Schweißaufsichtspersonen.  

Die Arbeitsbedingungen für Schweißlehrer

Grundvoraussetzung für jede schweißtechnische Ausbildung und jede Tätigkeit im Bereich der Schweißtechnik sind umfassende Kenntnisse der technischen Vorschriften, der Sicherheitsregeln und der Qualitätsrichtlinien. Schweißlehrer müssen nicht nur über diese Kenntnisse verfügen, sondern sie ihren Schülern auch entsprechend vermitteln.

Neben dem technischen, fachtheoretischen und praktischen Wissen und Können benötigen Schweißlehrer außerdem pädagogische Fähigkeiten. Sie sollen Auszubildende und Schweißfachkräfte nämlich nicht einfach nur unterrichten, sondern auch motivieren und sollten außerdem in der Lage sein, eventuell auftretende Konflikte zu lösen. Als Schweißlehrer haben sie zudem eine Vorbildfunktion. Das bedeutet beispielsweise, dass sie bei der Anleitung von Schülern eine entsprechende Schweißschutzausrüstung tragen und auf die strikte Einhaltung der Sicherheitsvorschriften achten.

Schweißlehrer arbeiten sowohl mit anderen Lehrschweißern als ach mit Fachkräften im Bereich der Schweißtechnik und des Metall- und Anlagenbaus zusammen. Gemeinsam mit Verwaltungsfachkräften und dem Leitungspersonal planen und organisieren sie Lehrveranstaltungen in schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalten sowie anderen Bildungseinrichtungen und stimmen sich dabei bei einer betrieblichen Tätigkeit mit der Arbeitsvorbereitung ab.

Schweißlehrer arbeiten an unterschiedlichen Orten, beispielsweise in Unterrichts- und Übungsräumen von Bildungseinrichtungen, in Lehrwerkstätten und auch in Werkstätten und Werkshallen von Betrieben. Im Büro hingegen bereiten Schweißlehrer den Unterricht vor, erstellen Konstruktionszeichnungen und Schweißpläne und erledigen Berechnungen und Bestellungen.  

Die Arbeitsplätze von Schweißlehrern

Schweißlehrer sind in Bildungseinrichtungen des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren e.V., kurz DVS, in überbetrieblichen Ausbildungsstätten und in Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig. Zudem finden sind überall dort Arbeitsplätze, wo mit Schweißtechnik gearbeitet wird und Ausbildungen durchgeführt werden.

Dies können beispielsweise Schlossereien, Unternehmen der Automobilbranche und der Anlagenbaus oder auch Werften sein. Als Arbeitgeber kommen aber auch solche Betriebe der chemischen Industrie und der Energieversorgung in Frage, die die Schulung von Schweißfachkräften vor allem im Instandhaltungsbereich selbst übernehmen.  

Die Ausbildung zum Schweißlehrer

Bei der Tätigkeit als Schweißlehrer handelt es sich um eine schweißtechnische Weiterbildung nach den Richtlinien des DVS. Die Durchführung der Weiterbildung übernehmen schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten oder entsprechend autorisierte Einrichtungen. Gegliedert ist die Weiterbildung in drei Lehrgänge, die jeweils aufeinander aufbauen.

Allerdings kann die Dauer der Weiterbildung recht unterschiedlich ausfallen, da sie zum einen von der Veranstaltungsform der Lehrgänge und zum anderen von den bereits vorhandenen Qualifikationen bestimmt wird. Insgesamt beläuft sich die Weiterbildung auf 452,5 Unterrichtsstunden, von denen 274 Unterrichtsstunden auf den Lehrgang zum Schweißwerksmeister, 138 Unterrichtsstunden auf den Lehrgang zum Europäischen Schweißfachmann und 40,5 Unterrichtsstunden auf den Lehrgang Arbeits- und Berufspädagogik entfallen.

Verkürzt wird die Weiterbildungszeit allerdings dann, wenn einer oder mehrere der Lehrgänge bereits absolviert und die in diesem Rahmen durchgeführten Prüfungen bestanden wurden. Am Ende der Weiterbildung findet eine Prüfung statt, durch die der Schweißlehrer für seine Tätigkeit zertifiziert ist. Die Zertifizierung ist drei Jahre lang gültig und kann danach durch regelmäßige Teilnahmen an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen für jeweils drei weitere Jahre verlängert werden.

Weiterführende Anleitungen und Ratgeber zum Thema Schweißen:

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