Fachtheoretische Ausbildungen im Bereich Schweißen

Übersicht über die fachtheoretischen Ausbildungen im Bereich Schweißen 

In vielen Firmen und Unternehmen kommt Schweißprozessen eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, Bauteile und Konstruktionen anzufertigen oder industrielle Erzeugnisse herzustellen.

Ob im Stahlbau, der Heizungs- und Lüftungstechnik, dem Kessel-, Behälter- oder Apparatebau, im Bereich der Fahrzeugreparatur, dem Brückenbau, der Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten, der Fertigung von Kränen und Baumaschinen oder der Produktion von Dingen des alltäglichen Lebens, der Einsatzbereich von Schweißarbeiten ist sehr breit gefächert. 

 

Dabei beeinflusst das Schweißen sowohl die Qualität des Erzeugnisses als auch die Fertigungskosten maßgeblich. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Schweißarbeiten im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und die Qualität möglichst optimal durchgeführt werden.

Voraussetzung hierfür wiederum ist, dass Schweißprozesse und Werkstoffe richtig ausgewählt werden und geeignete Einrichtungen zur Verfügung stehen, die es ermöglichen, die Schweißarbeiten samt entsprechenden Kontrollen effektiv durchzuführen. An diesem Punkt kommen nationale Richtlinien und internationale Normen ins Spiel.

Sie legen den Aufgaben- und Verantwortungsbereich von Schweißern, Schweißaufsichtspersonen und Prüfpersonal in der Schweißtechnik fest. Ausbildungs-, Prüfungs- und Zertifizierungssysteme, die auf internationaler Ebene Anwendung finden, definieren die erforderlichen Qualifikationen. Dadurch kann auf dem nationalen und auf dem internationalen Markt ein gleich hohes Niveau bei der Ausbildung von Personal und bei der Herstellung von geschweißten Produkten sichergestellt werden.

Für Unternehmen, die Schweißarbeiten durchführen, ergibt sich daraus aber auch die Konsequenz, dass sie entsprechendes Schweißaufsichtspersonal gemäß DIN EN 719 benötigen. Nur so ist nämlich gewährleistet, dass das schweißtechnische Personal alle erforderlichen Anweisungen für die ordnungsgemäße Durchführung der Schweißarbeiten erhält und sämtliche Arbeiten sorgfältig umgesetzt, überwacht und überprüft werden können.    

Übersicht über die fachtheoretischen

Ausbildungen im Bereich Schweißen

Der Bedarf an Schweißaufsichtspersonal richtet sich nach dem Aufgaben- und Verantwortungsbereich, hängt aber auch davon ab, welche Erzeugnisse ein Unternehmen in welcher Form fertigt. Die Grundlage hierfür schaffen fachtheoretische Ausbildungen im Bereich Schweißen, die zu folgenden Qualifikationen führen:

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Der Schweißwerkmeister kann aufgrund seiner breitgefächerten praktischen Fertigkeiten und seines fachtheoretischen Wissens verantwortungsvolle Aufgaben in verschiedenen Tätigkeitsbereichen auf Meisterebene übernehmen.

Voraussetzung für eine Ausbildung zum Schweißwerkmeister sind ein Mindestalter von 22 Jahren, eine abgeschlossene Berufsausbildung als Meister im Bereich der Metallverarbeitung in Handwerk oder Industrie, mindestens drei Jahre Berufspraxis und gültige Schweißerprüfungen.

Soll es auf der Karriereleiter weiter nach oben gehen, schafft die Ausbildung zum Schweißwerkmeister die Basis für einen beruflichen Aufstieg zum Schweißfachmann oder Schweißlehrer.    

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Der Schweißkonstrukteur ist im Wesentlichen für die Berechnung und die Gestaltung von Schweißkonstruktionen verantwortlich.

Als Fachmann weiß er Schweißverfahren und Werkstoffe so auszuwählen und die Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass einerseits die Anforderungen an Funktionssicherheit und Qualität erfüllt sind und andererseits unnötig hohe Fertigungskosten vermieden werden.

Um eine Ausbildung zum Schweißkonstrukteur absolvieren zu können, wird üblicherweise eine Berufsausbildung als Technischer Zeichner, als Meister oder Techniker in der handwerklichen oder industriellen Metallverarbeitung oder als Diplomingenieur vorausgesetzt. 

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Eine Ausbildung zum Schweißgüteprüfpersonal kombiniert die Schweißtechnik mit der Prüftechnik. Dadurch steht eine Schweißaufsichtsperson zur Verfügung, die sowohl schweißtechnische als auch prüftechnische Kompetenzen mitbringt.

Ausgangspunkt für eine Ausbildung sind fünf Jahre Berufserfahrung in einem metallverarbeitenden Beruf, ein Meistertitel in Handwerk oder Industrie oder ein Abschluss als Ingenieur. Alternativ kann die Ausbildung absolviert werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, die für die Teilnahme am Lehrgang zum Schweißfachmann oder Schweißtechniker erforderlich sind.

Der erste Teil der Ausbildung beschäftigt sich mit der Schweißtechnik. Nach einer Zwischenprüfung folgt dann die Prüftechnik im zweiten Teil der Ausbildung.

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Der Schweißfachmann ist eine Schweißaufsichtsperson, die über grundlegende technische Kenntnisse verfügt. In kleinen und mittelständischen Betrieben, die keine allzu komplexen Konstruktionen herstellen, kann der Schweißfachmann die Funktion der vollverantwortlichen Schweißaufsichtsperson übernehmen.

In großen Unternehmen ist der Schweißfachmann meist für die anwendungs- und qualitätsgerechte Durchführung der Schweißarbeiten verantwortlich und damit die Schnittstelle zwischen dem schweißtechnischen Personal und dem Schweißfachingenieur.

Zu den Mindestvoraussetzungen für eine Ausbildung zum Schweißfachmann gehören eine dreijährige Berufstätigkeit als Facharbeiter oder Geselle in einem metallverarbeitenden Beruf und ein Mindestalter von 22 Jahren. Die Ausbildung gliedert sich dann in vier Module mit zwei Zwischen- und einer Abschlussprüfung. 

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Der Schweißtechniker kann verschiedene Aufgaben von der Konstruktion bis zur Fertigung übernehmen. Da er über spezielle technische Kenntnisse verfügt, ist er meist für einen bestimmten Bereich zuständig. In kleinen und mittelständischen Betrieben ist er häufig als Schweißaufsichtsperson mit voller Verantwortung tätig, in großen Unternehmen arbeitet er vielfach als Stellvertreter des Schweißfachingenieurs.

Um eine Ausbildung als Schweißtechniker absolvieren zu können, ist eine Prüfung als Techniker im Fachgebiet Metalltechnik notwendig oder die Voraussetzungen, die für die Teilnahme an einem Schweißfachingenieurlehrgang gelten, müssen erfüllt sein.

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Der Schweißfachingenieur bringt umfassende technische Kenntnisse mit. Er kann in sämtlichen Aufgabenbereichen von der Konstruktion bis zur Fertigung agieren und trägt die volle Verantwortung.

Für eine Ausbildung zum Schweißfachingenieur ist ein abgeschlossenes Studium in einer technischen Fachrichtung erforderlich, außerdem wird mindestens ein Jahr Berufspraxis empfohlen.

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Der Schweißlehrer ist für die theoretische und die praktische Ausbildung der Schweißer zuständig. Ausgangspunkt für die fachtheoretische Ausbildung ist ein Abschluss als Schweißwerkmeister, Lehrschweißer mit gültigen Schweißerprüfungen oder Schweißfachmann.

Im Zuge der Ausbildung erwirbt der angehende Schweißlehrer dann die erforderlichen pädagogischen Qualifikationen, um seinen Azubis sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktischen Fertigkeiten vermitteln zu können.

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