Infos und Tipps zum Flammrichten

Infos und Tipps zum Flammrichten 

Beim Flammrichten erfolgt eine gezielte örtliche Erwärmung des Bauteils bis in den plastischen Bereich. Die behinderte Wärmedehnung verursacht eine bleibende Stauchung und diese wiederum führt dazu, dass sich beim Abkühlen eine Kürzung im Werkstück ergibt, die die gewünschte Änderung der Form darstellt.

Mithilfe des Flammrichtens können Werkstoffe wie Baustähle, Feinkornbaustähle und TM-Stähle, feuerverzinkte und hochlegierte Stähle sowie Aluminium und Aluminiumlegierungen bearbeitet werden.

 

Hier dazu alle Infos und Tipps:

        Die Ausführung.

Zunächst wird die Stelle ermittelt, die zu lang ist und gekürzt werden soll. Diese Stelle wird mithilfe der Flamme gestaucht, wozu sie in den plastischen Bereich erwärmt wird.

Bei Leichtmetallen werden dazu Temperaturen zwischen 150 und 450 Grad benötigt, bei Stahl und Schwermetallen liegen die Temperaturen zwischen 550 und 700 Grad.

Hier ist mithilfe der Flammrichttemperatur Dunkelrotglut eine visuelle Kontrolle möglich. Um die Stauchung herbeizuführen, muss die Wärme gezielt und örtlich begrenzt zugeführt werden, der größtmögliche Wärmestau entsteht bei einer sauerstoffüberschüssigen Flamme aus Acetylen und Sauerstoff. Anschließend erfolgt der Schrumpfvorgang bis das Werkstück wieder Raumtemperatur erreicht hat.

        Die Erwärmung.

Hinsichtlich der Arten der Erwärmung gibt es vier Möglichkeiten. Ein Wärmepunkt wird bei Blechfeldern, Rohren und Wellen angewendet. Wichtig ist, dass der Punkt so klein wie möglich ist und sich von der Einspannung zur Mitte hin richtet.

Ein Wärmestrich ist sinnvoll, wenn ein Winkelverzug behoben werden soll, beispielsweise bei Kehlnähten. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der plastische Bereich nicht tiefer ist als ein Drittel der Blechtiefe. Bei starken Verbiegungen wird mit einem Wärmekeil gearbeitet. Dieser ist lang und schmal und wird von der Spitze aus in Richtung Grundfläche gleichmäßig erwärmt.

Bei der Verarbeitung von Rohren, etwa um Stutzen anzuschweißen, wird ein Wärmeoval erzeugt. Dieses wird durchgewährt und längs der Achse des Rohres angeordnet. 

        Die Ausrüstung.

Je nach Verwendungszweck und Stärke des Materials werden unterschiedliche Flammrichtbrenner verwendet. Am gebräuchlichsten sind Einflammbrenner, mit denen alle vier Erwärmungsarten umgesetzt werden können.

Bei Werkstücken, die stärker sind als 20 Millimeter, kommen Mehrflammenbrenner zum Einsatz, allerdings sind damit keine Wärmepunkte möglich. Um Winkelverzug zu beseitigen, eignen sich umschaltbare 2-, 3- und 5-Flammen-Brenner, die auch bei Beplankungen im Schiffsbau sowie zum Richten von Blechkonstruktionen eingesetzt werden.

Die Größe der Flammrichtbrenner ergibt sich aus der Stärke des Materials, bei Blechen bis zu 3 Millimeter entspricht die Brenngröße der beim Schweißen.

        Regeln und Tipps.

Damit die Übertragung und Stauung der Wärme gezielter erfolgt, sollte die Flamme auf hart/neutral oder hart/sauerstoffüberschüssig eingestellt werden. Zudem ist wichtig, die Spitze des Flammkegels so nah wie möglich an die Werkstücksoberfläche zu führen.

In aller Regel findet die Abkühlung durch und an der Umgebungsluft statt. Die Richtzeiten können allerdings verkürzt werden, wenn dünne Materialien oder unempfindliche Werkstoffe durch zusätzliche Luftzufuhr schroff abgekühlt werden.

Mehr Anleitungen zum Schweißen und Schweißtechniken:

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Rudolf Bozart, Baujahr 1964 Schweißfachingenieur, Gerd Meinken geboren 1972, Schweißwerkmeister, Thorsten Kamps, geboren 1981 Coautor und Christian Gülcan, Betreiber der Webseite, schreiben hier alles Wissenswerte zu Schweißtechniken und Schweißverfahren, geben Tipps und Anleitungen zu Berufen, Schweißgeräten, Materialkunde und Weiterbildung.

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