Ratgeber zu Schutzkleidung für den Schweißer

Ratgeber zu Schutzkleidung für den Schweißer

Beim Schweißen wird mit Feuer, Hitze und hohen Stromstärken gearbeitet. Hinzu kommen Metalle in unterschiedlichen Aggregatszuständen, verschiedene Zusatzstoffe, Gase und Dämpfe.

Dass der Schweißer bei seiner Arbeit Gefahren ausgesetzt ist, bleibt deshalb nicht aus und lässt sich letztlich auch nicht vermeiden.

Doch ein umsichtiger Umgang mit den Materialien und den Werkzeugen und das Einhalten der Sicherheitsregeln tragen dazu bei, dass gesundheitliche Schäden zuverlässig verhindert werden können. Und ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit den Sicherheitsvorkehrungen ist das Tragen der richtigen Schweißerkleidung.

Nur: Was braucht der Schweißer eigentlich an Schutzkleidung? Und wie sollte die Schweißerkleidung beschaffen sein?

Mit diesen Fragen wollen wir uns im folgenden Ratgeber befassen:

 

Die Schutzkleidung für den Schweißer im Allgemeinen

Schweißerkleidung ist Berufs- oder Arbeitskleidung, die den Schweißer schützt, während er seine Schweißarbeiten durchführt. Vor allem der Kopf, die Arme und Hände sowie der Oberkörper stehen hier im Vordergrund. Denn diese Körperteile kommen dem glühend heißen Metall, dem Feuer, dem Strom, Funken und Dämpfen besonders nahe. Je nachdem, welche Schweißarbeiten ausgeführt werden und wo geschweißt wird, kann es aber auch notwendig sein, die Beine und Füße zu schützen.

Viele Eigenschaften, die Schweißerkleidung aufweisen muss, sind offensichtlich. Andere Merkmale liegen nicht ganz so klar auf der Hand. Grundsätzlich muss Schutzkleidung für den Schweißer feuerfest und hitzebeständig sein.

Sie darf weder Wärme noch Elektrizität leiten. Außerdem sollte sie einen Lichtschutz bieten und giftige Gase zuverlässig abhalten. Auch eine gute Festigkeit ist wichtig, damit spitze oder scharfkantige Gegenstände nicht gleich zu Löchern führen.

 

Der Schweißhelm

Der Schweißhelm hat zwei Hauptaufgaben. So soll er zum einen den Kopf und das Gesicht des Schweißers vor Feuer, Funken, Metallsplittern und anderen harten Gegenständen, die herumfliegen oder sich ablösen könnten, schützen. Zum anderen dient der Schweißhelm als Schutz vor der starken Lichteinwirkung und der Strahlung. Beim Lichtbogenschweißen etwa entsteht sowohl ultraviolette Strahlung (UV) als auch Infrarot-Strahlung (IR). Beide können die Augen dauerhaft schädigen.

Bei Hobbyarbeiten oder wenn in einer Werkstatt geschweißt wird, reicht es üblicherweise aus, wenn der Schweißhelm aus einem Schild besteht, das nur die vordere Hälfte des Kopfes abdeckt. Auf der Baustelle sollte es ein geschlossener Helm sein.

Moderne Schweißhelme sind mit einer Verdunkelung ausgestattet, die automatisch funktioniert und innerhalb von Sekundenbruchteilen reagiert. Der große Vorteil dabei ist, dass der Schweißer seinen Helm nicht jedes Mal nach oben klappen oder abnehmen muss, wenn er das Werkstück aus der Nähe prüfen, die Elektrode justieren oder ähnliche Tätigkeiten vornehmen möchte.

Der automatische Schutzfilter im Schweißhelm wird mit dem Kürzel ADF (für Automatic Darkening Filter) bezeichnet und setzt sich aus vier Komponenten zusammen, nämlich

  • einem integrierten UV- und IR-Filter,
  • einem LCD-Bildschirm, der das Sichtfeld in Sekundenbruchteilen abdunkeln kann,
  • einem Lichtsensor, der reagiert, sobald der Lichtbogen gezündet wird, und
  • einer elektronischen Vorrichtung, die die Verdunkelung einleitet, wenn der Lichtsensor reagiert.

Bei der Auswahl des Schweißhelms sollte der Schweißer neben der Beschaffenheit und einer hochwertigen Verarbeitung darauf achten, dass der Helm leicht ist, gut passt und auch bei einer längeren Tragedauer nicht unangenehm drückt.

 

Die Schweißerbrille

Eine Schweißerbrille kann bei Schweißarbeiten zum Einsatz kommen, bei denen die Haut nicht vor UV-Strahlung geschützt werden muss und bei denen der Kopf nicht gefährdet oder schon anderweitig, beispielsweise durch einen Bauhelm, geschützt ist.

Ähnlich wie ein Schweißhelm ist auch eine Schweißerbrille heutzutage mit einem automatischen Schutzfilter ausgestattet. Sie funktioniert damit genauso wie der Schweißhelm, beschränkt sich aber auf das direkte Sichtfeld.

 

Schweißhandschuhe

Schweißhandschuhe sind ein absolutes Muss bei jeder Schweißarbeit. Denn die Hände des Schweißers kommen heißem und geschmolzenem Metall und der Stromquelle sehr nah.

Damit die Handschuhe guten Schutz bieten, sollten sie aus einem hitzebeständigen und schwer entflammbaren Material bestehen, das keine Elektrizität leitet. Die meisten Schweißhandschuhe werden aus Leder gefertigt, üblicherweise handelt es sich um Rindspaltleder.

Dabei wird für den Handrücken und die Stulpe oft ein festes und robustes Leder und für die Handinnenfläche ein etwas weicheres Leder verarbeitet. Teilweise sind Schweißhandschuhe mit Baumwolle gefüttert, um eine bessere Wärmeisolierung zu erreichen und den Tragekomfort zu erhöhen.

Wenn der Schweißer Handschuhe kauft, sollte er darauf achten, dass sie richtig passen und die Finger gut beweglich sind. Denn das Schweißen ist eine handwerkliche Tätigkeit und die Handschuhe sollen den Schweißer schützen, ihn bei seiner Arbeit aber nicht behindern.

 

Schweißjacke, Schweißweste und Schweißschürze

Als Schutz für den Oberkörper sind Schweißjacken und Schweißwesten erhältlich. Sie bestehen aus einem robusten und feuerfesten Material. Bei diesem Material kann es sich um ein starkes Baumwollgewebe handeln, einige Schweißer bevorzugen aber Jacken oder Westen aus Leder.

Schweißjacken und Schweißwesten unterscheiden sich durch die Ärmel voneinander: Während eine Schweißjacke lange Ärmel hat, ist eine Schweißweste ärmellos.

Muss nur die vordere Körperhälfte geschützt werden, ist die Schweißschürze eine gute Alternative. Eine Schweißschürze deckt den Brust- und Bauchbereich ab, der Rücken bleibt frei. In aller Regel besteht eine Schweißschürze aus robusten Leder.

Der Schweißer trägt bei seinen Arbeiten entweder eine Schweißjacke oder -weste oder eine Schweißschürze. Beide Schutzkleidungsstücke gleichzeitig werden eigentlich nicht getragen.

 

Die Schweißhose und Schweißer-Gamaschen

Die Schweißhose schützt den Unterkörper des Schweißers. Die meisten Schweißhosen bestehen aus einem festen, schwer entflammbaren Baumwollgewebe. Daneben sind auch Schweißhosen aus Leder erhältlich. Sie sind aber weniger verbreitet.

Reicht der Schutz, den die Schweißerhose bietet, nicht aus, kommen sogenannte Schweißer-Gamaschen zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um stulpenähnliche Kleidungsstücke, die den Fußrücken, das Schienbein und den vorderen Unterschenkel bis zum Knie bedecken. Schweißer-Gamaschen bestehen so gut wie immer aus Leder.

 

Die Schweißerschuhe

Schweißerschuhe müssen die gleichen Eigenschaften aufweisen wie Sicherheitsschuhe, die auf Baustellen vorgeschrieben sind. Die Schuhe müssen also unter anderem feuerfest und beständig gegenüber Säuren und anderen Chemikalien sein. Meist bestehen Schweißerschuhe aus Leder, aber auch feuerfeste Textilien sind möglich. Einige Schweißerschuhe haben Stahlkappen als Extraschutz für die Zehen, teilweise ist auch eine zusätzliche Stahlplatte in die Sohle eingearbeitet.

Schweißerschuhe sind Halbschuhe. In der höheren Variante wird von Schweißerstiefeln gesprochen. Anders als auf der Baustelle braucht der Schweißer aber nicht unbedingt Schweißerschuhe, wenn er in der Werkstatt schweißt oder hobbymäßig kleinere Schweißarbeiten durchführt. Hier reicht es normalerweise aus, wenn er zu festem Schuhwerk greift.

 

Die Atemschutzmaske

Der Vollständigkeit halber sei noch die Atemschutzmaske genannt. Sie soll verhindern, dass der Schweißer Ruß, Dämpfe und Gase, die beim Schweißen entstehen, einatmet. Allerdings ist eine Atemschutzmaske nur selten notwendig.

Denn durch die Blende am Schweißhelm hat der Schweißer bereits einen gewissen Atemschutz und die Schweißerkleidung sollte grundsätzlich so beschaffen sein, dass giftige Dämpfe nicht durchdringen.

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