Tipps zum Schweißen von Grauguss

Tipps zum Schweißen von Grauguss 

Grauguss ist ein Material, das sich beispielsweise bei Kaminöfen, als Zylinderkopf bei Oldtimern oder in Form von gusseisernen Pfannen findet. Wie jedes andere Material kann auch Grauguss reißen oder an bestimmten Stellen platzen.

Grauguss zu schweißen, ist grundsätzlich möglich, und zwar auch in einer solchen Form, dass die beschädigte Stelle hohen Temperaturen standhält und auch bei hohen Belastungen dicht verschlossen bleibt, also wieder vollständig repariert ist. Allerdings erfordert das Schweißen von Grauguss etwas Übung und gestaltet sich wesentlich schwieriger als das Schweißen von beispielsweise Eisen oder Stahl. 

 

Daher kann es sinnvoller sein, einen professionellen Schweißbetrieb mit der Arbeit zu beauftragen, wenn der Schweißer über keinerlei Vorkenntnisse oder nur wenig Erfahrung verfügt.

Für diejenigen, die es selbst versuchen möchten, hier ein paar Tipps:

       

Wie bei allen anderen Schweißarbeiten gilt auch beim Schweißen von Grauguss, dass die zu schweißende Stelle gründlich gereinigt werden und bei Schweißbeginn absolut sauber sein muss.

       

Das Werkstück muss vor dem Schweißen vorgewärmt werden, denn ansonsten können sich neue Risse bilden und die eigentliche Reparatur richtet mehr Schaden an als eigentlich vorhanden war.

       

Zum Schweißen kommen spezielle Gusselektroden zum Einsatz. Dabei ist wichtig, wirklich solche Elektroden zu verwenden, die auf die jeweilige Gussart abgestimmt sind, denn je nach Gussart sind unterschiedliche Zusatzstoffe vorhanden, die wiederum zusammen mit dem Grauguss wesentlichen Einfluss auf seine Eigenschaften nehmen.

Allerdings sind diese speziellen Arbeitsmaterialien verhältnismäßig teuer. Übrigens ist es nicht möglich, Grauguss durch das Anschweißen von normalem Stahl zu verstärken.

       

Während des Schweißvorgangs spielt die Temperatur des Werkstücks eine wichtige Rolle. Kühlt es zu schnell ab, kann es passieren, dass die Schweißstelle nicht richtig verschlossen ist und die ganze Arbeit umsonst war.

Daher ist es durchaus sinnvoll, das Werkstück bei Bedarf erneut zu erwärmen, um so eine ausreichend hohe Temperatur sicherzustellen. Gleiches gilt, wenn die Arbeit an sich abgeschlossen ist. Auch hier ist wichtig, dass die Abkühlung langsam erfolgt, je nach Ausstattung bieten sich dabei ein entsprechender Ofen, Sand oder notfalls auch eine Schweißschutzdecke an.

Hier ein kurzes Video über die Herstellung von Grauguss:

Mehr Anleitungen zum Schweißen und Schweißtechniken:

Thema: Tipps zum Schweißen von Grauguss

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Ein Gedanke zu „Tipps zum Schweißen von Grauguss“

  1. Eigentlich ein guter Artikel …es sollte aber nicht unterschlagen werden, daß es auch die Möglichkeit des Kaltschweissens gibts (das Bauteil ist kalt, das Schweissen natürlich heiss). Dafür halten die Hersteller UTP (Böhler) oder Castolin verschiedene Elektroden bereit, auch in kleinen Gebinden (10 Elektroden), da sie sehr teuer sind. Bei den meisten dieser Elektroden darf eine Zwischenlagentemperatur von 60°C nicht überschritten werden. Die Methode des Bauteilerwärmens kenne ich nicht im Zusammenhang mit E-Hand-Schweissungen, habe sie in 30 Jahren Gusseisenschweissen (natürlich nicht durchgängig, aber immer wieder, z.Zt. allerdings täglich) noch nie angewandt. Ich habe allerdings immer wieder davon gehört. Ich halte das kalte bauteil für sinnvoller, da die Schweisswärme besser abziehen kann und ich so weniger Gefügeumwandlungen in der Wärmeeinflusszone bekomme. Außerdem sollten an rissempfindlichen Bauteilen die Nähte oder Schweissflächen ab der zweiten Lage abgehämmert werden, um die Zugspannungen in der Schweissnaht in Druckspannungen umzuwandeln. Die E-Hand-Scheissung ist immer artfremd, da sie mit Nickelbasiselektroden geschweisst wird. Bei artgleichen Schweissungen mit Fülldraht ohne Schutzgas werden die Bauteile auf über 600°C, an der Schweissstelle 680°C erhitzt. Das ist nur für spezielle Fachbetriebe machbar.

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