Was macht ein Fachpraktiker für Metallbau?

Was macht ein Fachpraktiker für Metallbau?

Das Schweißen erfordert nicht nur Wissen und Können, sondern ist auch körperlich anstrengend. Ein Grund hierfür sind die verschiedenen Zwangshaltungen, die der Schweißer je nach Arbeit einnehmen muss.

Das heißt aber nicht, dass Menschen mit Handicap das Schweißen nicht erlernen und in keinem Metallberuf tätig werden können.

Ganz im Gegenteil gibt es Berufe im Bereich des Metallbaus, bei denen das Schweißen zu den üblichen Aufgaben gehört und die speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt wurden. Ein solcher Beruf ist der Fachpraktiker für Metallbau.

Was macht ein Fachpraktiker für Metallbau?

Beim Fachpraktiker für Metallbau handelt es sich um einen Ausbildungsberuf für Menschen mit Behinderung, der nach der Handwerksordnung geregelt ist. Sowohl die Ausbildung als auch die Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag sind an den anerkannten Ausbildungsberuf Metallbauer angelehnt.

Ein Fachpraktiker für Metallbau stellt Konstruktionen aus Stahl und anderen Metallen her. Außerdem fallen die Montage, die Instandhaltung und die Reparatur der Stahl- und Metallbaukonstruktionen in seinen Aufgabenbereich.

Arbeitsplätze findet der Fachpraktiker für Metallbau hauptsächlich in Handwerksbetrieben, die im Bereich der Konstruktionstechnik oder der Metallgestaltung tätig sind oder sich anderweitig auf die Verarbeitung von Metall spezialisiert haben.

Welche Inhalte werden während

der Ausbildung vermittelt?

Der angehende Fachpraktiker für Metallbau erwirbt während seiner Ausbildung die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die er für seinen späteren Berufsalltag benötigt. So lernt er unter anderem, wie Arbeiten geplant und Arbeitergebnisse kontrolliert und wie Werkstücke gemessen und geprüft werden.

Daneben stehen das Verbinden von Werkstoffen und Bauteilen, die manuelle und die maschinelle Bearbeitung von Werkstücken, die Behandlung von Oberflächen sowie das Spanen, Umformen, Schweißen und thermische Trennen von Blechen, Profilen und anderen Werkstücken auf dem Lehrplan.

Der Fachpraktiker für Metallbau lernt, wie Bauteile und Baugruppen transportiert, montiert und demontiert, wie Arbeitsmittel, Anlagen und Systeme gereinigt und gewartet werden und worauf es bei Arbeiten an elektrischen Anlagen und auf Baustellen zu achten gilt. Neben den Kenntnissen und Fähigkeiten, die für die praktische Ausführung von Arbeitsaufträgen erforderlich sind, steht aber auch Hintergrundwissen auf dem Programm.

Hierzu gehören Themen wie das Arbeits- und Tarifrecht, die Vorschriften zu Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz oder die Kommunikation im Betrieb und mit Kunden.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung zum Fachpraktiker für Metallbau dauert 3 bzw. 3,5 Jahre und wird sowohl als duale Ausbildung als auch als schulische Ausbildung angeboten.

Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Zugangsvoraussetzung ist allerdings in aller Regel eine Eignungsuntersuchung, die die Agentur für Arbeit veranlasst.

Absolviert der Azubi eine duale Ausbildung, lernt er in seinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Als Ausbildungsbetrieb kommt ein Unternehmen oder eine Werkstatt aus der Metallbaubranche in Frage. Der Azubi ist hauptsächlich in Werkstätten und Fertigungs- oder Maschinenhallen tätig, wo er beispielsweise Bauteile für Maschinen, Geräte, Werkzeuge oder Fahrzeugteile anfertigt und bearbeitet.

Teilweise arbeitet er dabei mit handgeführten und teilweise mit computergesteuerten Maschinen. Für seine Arbeit benötigt der angehende Fachpraktiker für Metallbau nicht nur handwerkliches Geschick und ein Gespür für Technik, sondern er muss auch eine sorgfältige, gewissenhafte und aufmerksame Arbeitsweise an den Tag legen.

Nur so ist sichergestellt, dass die Arbeiten exakt nach Vorlage und in gleichbleibend hoher Qualität ausgeführt werden und gleichzeitig das Risiko von Verletzungen durch heiße Metallspäne, scharfkantige Metallteile oder gefährliche Stoffe, Gase und Dämpfe minimiert ist.

Um Gesundheitsgefährdungen vorzubeugen, gehört Schutzkleidung mit Handschuhen und Sicherheitsschuhen zur Berufsbekleidung. Je nach Aufgabe und Arbeitsort kommen außerdem ein Gehörschutz, ein Schutzhelm, ein Atemschutz und eine Schutzbrille dazu. Im Ausbildungsbetrieb kümmern sich der Ausbilder und ausgelernte, erfahrene Kollegen um den Azubi, die ihn anleiten, seine Leistungen kontrollieren und dafür sorgen, dass sich keine Fehler einschleichen.

In der Berufsschule lernt der angehende Fachpraktiker für Metallbau die theoretischen Grundlagen für seinen Beruf. Häufig findet der Berufsschulunterricht an ein oder zwei Tagen pro Woche statt, teilweise wird er aber auch als Blockunterricht durchgeführt.

Absolviert der Azubi eine schulische Ausbildung besucht er meist eine Einrichtung der beruflichen Rehabilitation. Hier lernt er in der Lehrwerkstatt die praktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten, während in der angeschlossenen Schule die theoretischen Grundlagen vermittelt werden. Je nach Behinderung wird der Azubi dabei von pädagogischen und medizinischen Fachkräften unterstützt.

Wie gestaltet sich die

Abschlussprüfung?

Die Abschlussprüfung wird vor der zuständigen Handwerkskammer abgelegt. Dabei gliedert sich die Abschlussprüfung in zwei Teile. Der erste Teil der Abschlussprüfung findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe sowie ein Fachgespräch, das sich auf die Arbeitsaufgabe bezieht.

Zum Ende der Ausbildung folgt der zweite Teil der Abschlussprüfung. Dieser Teil beinhaltet eine praktische und eine schriftliche Prüfung. In der praktischen Prüfung stellt der Prüfling eine Stahl- oder Metallbaukonstruktion oder Teile einer solchen Konstruktion her. Anschließend wird ein Fachgespräch dazu geführt.

Die schriftliche Prüfung umfasst die Prüfungsbereiche Konstruktionstechnik, Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Hat der Azubi die Abschlussprüfung erfolgreich gemeistert, lautet seine Berufsbezeichnung Fachpraktiker für Metallbau. Alternativ dazu wird teilweise auch die Bezeichnung Fachwerker für Metallbautechnik verwendet. Hat der Azubi die Abschlussprüfung nicht bestanden, darf es sie bis zu zweimal wiederholen, wobei sich seine Ausbildungszeit dann entsprechend verlängert.

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