Welche Fähigkeiten sollte ein Schweißer mitbringen?

Welche Fähigkeiten sollte ein Schweißer mitbringen?

Das Schweißen kommt in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz, wobei je nach Aufgabe mit verschiedenen Materialien und diversen Verfahren gearbeitet wird.

Gleichzeitig gibt es immer wieder Weiterentwicklungen und neue Technologien, die dementsprechend auch regelmäßig neue Herausforderungen an den Schweißer stellen. Eine solide Ausbildung als Basis und konstante Weiterbildungen sind für einen erfolgreichen Berufsalltag daher das A und O.

Welche Fähigkeiten sollte ein Schweißer mitbringen?

Zweifelsohne kann eine Ausbildung nur den Grundstein legen, indem sie das notwendige Wissen in Theorie und Praxis vermittelt. Erst im Laufe der Zeit wird ein Schweißer die Erfahrung sammeln, die ihm ein routiniertes Arbeiten ermöglicht. Die beiden Sprichwörter “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen” oder “Übung macht den Meister” gelten im Bereich der Fügetechnik genauso wie überall sonst auch.

Aber ein Schweißer sollte von Haus aus ein paar grundlegende Eigenschaften mitbringen. So ist beispielsweise eine sorgfältige Arbeitsweise eine Grundvoraussetzung für solide, qualitativ hochwertige und tatsächlich haltbare Verbindungen. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist Verantwortungsbewusstsein. Eine Schweißnaht mag klein und unscheinbar wirken, kann aber eine entscheidende Rolle für das jeweilige Bauteil spielen, und auch wenn jede Endabnahme durch eine qualifizierte Person erfolgt, können Fehler einen Betrieb teuer zu stehen kommen.

Geschicklichkeit, eine gute Koordination von Hand und Auge und nicht zuletzt körperliche Fitness sind ebenfalls wichtige Eigenschaften für einen Schweißer. Schließlich arbeitet er üblicherweise nicht nur in voller Schutzmontur, sondern oft in unbequemen Körperhaltungen, in engen räumlichen Verhältnissen und unter schwierigen Bedingungen.

Technisches Verständnis, räumliches Denkvermögen und eine rasche Auffassungsgabe wiederum helfen dem Schweißer dabei, Werkstoffe, Schweißverfahren und Schweißzusatzstoffe aufeinander abzustimmen, Belastungen am Bauteil richtig einzuordnen, Konstruktionspläne zu verstehen und auch die Anweisungen der Schweißaufsicht nachzuvollziehen und auszuführen.

Welche Karrierechancen hat ein Schweißer?

In Deutschland gibt es gut 350 Bildungseinrichtungen, in denen ein Lehrgang zum Internationalen Schweißer nach der DVS-IIW/EWF Richtlinie 1111 absolviert werden kann. Bestimmte Zulassungsvoraussetzungen für eine solche Ausbildung gibt es nicht, so dass grundsätzlich jeder den Lehrgang besuchen kann. Interesse an Technik, handwerkliches Geschick und im Idealfall metalltechnisches Grundwissen wirken sich jedoch sehr vorteilhaft aus.

Die Ausbildung zum Internationalen Schweißer wird in den Bereichen Metall-Schutzgasschweißen, Wolfram-Schutzgasschweißen, Lichtbogenhandschweißen und Gasschweißen angeboten. Im Rahmen der Ausbildung erwirbt der angehende Schweißer theoretisches und praktisches Wissen und lernt die Besonderheiten der Werkstoffe und der Fügetechniken im jeweiligen Schweißprozess kennen.

Schließt der Schweißer den Lehrgang erfolgreich ab, erhält er eine Bescheinigung, durch die er sich weltweit als qualifizierter Schweißer ausweisen kann. Gleichzeitig schafft eine Qualifikation als Internationaler Schweißer die Basis für weitere Aus- und Weiterbildungen. So können sich beispielsweise Lehrgänge anschließen, durch die sich der Schweißer als Internationaler Schweißpraktiker oder als Schweißwerkmeister qualifiziert. Soll es auf der Karriereleiter noch weiter nach oben gehen, sind Weiterbildungen zum Schweißfachmann und zum Schweißlehrer möglich.

Ein Schweißfachmann übernimmt in kleinen und mittleren Betrieben die Funktion als verantwortliche Schweißaufsichtsperson, während er in größeren Unternehmen das Bindeglied zwischen dem Schweißfachingenieur und den Schweißern ist. Neben Qualifikationen im Zusammenhang mit praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten sind Weiterbildungen aber auch im Bereich der Schweißgüteprüfung möglich. Hier gibt es beispielsweise die Qualifikation zum Internationalen Schweißgüteprüfer oder zum Schweißkonstrukteur.

Hat der Schweißer einen Abschluss als Ingenieur an einer Hochschule erworben, eröffnet sich für ihn außerdem die Möglichkeit, eine Qualifikation als Internationaler Schweißfachingenieur zu erreichen. Je verantwortungsvoller die angestrebte Funktion ist, desto umfangreicher sind aber auch die Zulassungsvoraussetzungen für einen Lehrgang.

Was ist eine Fachkraft für Metalltechnik?

Mit der Fachkraft für Metalltechnik gibt es einen neuen Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und wird in den vier Fachrichtungen Montagetechnik, Konstruktionstechnik, Zerspanungstechnik sowie Umform- und Drahttechnik angeboten. Die Fachrichtung Montagetechnik streift die Fügetechnik, denn auf dem Lehrplan steht unter anderem die Anfertigung von Bauteilen und Baugruppen mit unterschiedlichen Verbindungstechniken.

Die Fachrichtung Konstruktionstechnik wiederum ist deutlich von schweißtechnischen Schwerpunkten geprägt. So gehören das Anfertigen, Montieren und Demontieren von Metallkonstruktionen, die thermische Vor- und Nachbehandlung von Metallwerkstücken oder das Fügen von Bauteilen mithilfe thermischer und mechanischer Methoden ebenso zu den Ausbildungsinhalten wie die Oberflächenbehandlung von metallischen Werkstoffen, das Umformen und Trennen von Blechen oder Sichtprüfungen von gelöteten und geschweißten Verbindungen.

Die Ausbildung wird als duale Ausbildung mit einer Zwischen- und einer Abschlussprüfung durchgeführt. Welche Fertigkeiten und Eigenschaften ein Azubi mitbringen sollte, wird letztlich die Praxis zeigen müssen. Erfahrungswerte gibt es noch nicht, denn die ersten Ausbildungen starten im August 2013.

Generell dürften die Anforderungen aber den Anforderungen ähneln, die auch an einen Schweißer gestellt werden. So sollte die angehende Fachkraft für Metalltechnik handwerklich geschickt, zuverlässig und an technischen Sachverhalten interessiert sein. Eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise, Leistungsbereitschaft sowie körperliche und geistige Fitness sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.

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