Berufsportrait Elektroschweißer – Schutzgasschweißer

Berufsportrait: Elektro- und Schutzgasschweißer/in 

Beim Berufsbild des Elektro- und Schutzgasschweißers handelt es sich um einen Ausbildungsberuf für Menschen mit Behinderung, der nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt ist.

Die Ausbildung dauert drei Jahre lang und kann entweder in Form einer dualen Ausbildung in der Industrie oder als schulische Ausbildung in einer Einrichtung für berufliche Rehabilitation absolviert werden.

 

Wie die Ausbildung konkret abläuft, welche Zulassungsvoraussetzungen gelten und wie sich der Berufsalltag gestaltet, erläutert das Berufsportrait zum/r Elektro- und Schutzgasschweißer/in: 

Die Ausbildung zum Elektro- und Schutzgasschweißer/in

Wird die Ausbildung als duale Ausbildung absolviert, lernen die Azubis die praktischen Grundlagen im Ausbildungsbetrieb, während die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule vermittelt werden. Als Ausbildungsbetriebe kommen Unternehmen in Frage, die in Bereichen wie dem Heizungs- und Lüftungsbau, dem Rohrleitungsbau, dem Behälter- und Apparatebau, dem Kessel- und Kraftwerksbau, dem Metall-, Stahl- und Brückenbau oder dem Karosseriebau tätig sind.

Unter Berücksichtung der individuellen Situation von Menschen mit Behinderung lernen die Azubis in ihrem Ausbildungsbetrieb nach und nach alle Arbeitsabläufe und Handgriffe kennen, die sie für ihren späteren Berufsalltag benötigen. Elektro- und Schutzgasschweißer wirken sowohl bei der Vormontage in der Werkhalle als auch bei der Endmontage auf der Baustelle oder beim Kunden mit. Da bei Montagearbeiten neben den eigentlichen Schweißarbeiten immer auch Organisatorisches anfällt, lernen die Azubis während ihrer Ausbildung auch, Arbeiten mit anderen Beteiligten wie Transport- und Gerüstbauunternehmen abzustimmen und zu koordinieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Azubis im Rahmen der Ausbildung lernen, sind die geltenden Sicherheitsvorschriften. Diese müssen strikt eingehalten werden, um Verletzungen und Unfälle zu vermeiden. Angeleitet werden die Azubis von ihrem Ausbilder und von erfahrenen Kollegen. Sie stellen sicher, dass die Azubis lernen, wie Arbeitsplätze richtig eingerichtet, Schweißarbeiten vorbereitet, Metallkonstruktionen fachgerecht verschweißt und Nacharbeiten sowie Qualitätskontrollen durchgeführt werden. In der Berufsschule lernen die Azubis die theoretischen Grundlagen ihres Berufs.

Dabei findet der Berufsschulunterricht entweder an ein bis zwei Tagen pro Woche oder in Blockform statt. Wird die Ausbildung an einer Einrichtung für berufliche Rehabilitation absolviert, lernen die Azubis hier sowohl die praktischen als auch die theoretischen Inhalte, die sie für ihren Beruf benötigen.

Je nach Behinderung werden die Azubis dabei von pädagogischem und medizinischem Fachpersonal unterstützt. Viele Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation bieten Azubis, deren Wohnort weiter entfernt liegt, die Möglichkeit, während der Ausbildung in einer betreuten heilpädagogischen Jugendwohngruppe zu wohnen.

Dadurch können die Azubis dann nicht nur die für den Beruf erforderlichen Qualifikationen erwerben, sondern auch an ihren persönlichen und sozialen Kompetenzen arbeiten.  

Die Zulassungsvoraussetzungen und die Prüfungen

Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist grundsätzlich nicht vorgeschrieben und viele Azubis haben auch dann die Chance auf einen Ausbildungsplatz, wenn sie keinen Schulabschluss haben. Allerdings findet vor Beginn der Ausbildung in aller Regel eine von der Agentur für Arbeit veranlasste Eignungsuntersuchung statt. Die Ausbildung dauert drei Jahre lang.

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung abgenommen. Dabei müssen die Azubis ein Prüfungsstück anfertigen, zwei Arbeitsproben im Schweißen durchführen und ihre Kenntnisse schriftlich unter Beweis stellen. Zum Ende der Ausbildung wird die Abschlussprüfung abgelegt, die sich in einen praktischen und einen schriftlichen Prüfungsteil gliedert.

Die praktische Prüfung sieht vor, dass die Prüflinge in maximal 14 Stunden mithilfe von maschineller Bearbeitung und Schweißarbeiten ein Prüfungsstück anfertigen. Bei der schriftlichen Prüfung müssen Aufgaben aus Prüfungsfächern wie Fachkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde gelöst werden. Dabei können die Prüfungsaufgaben auf dem angefertigten Prüfungsstück basieren. Nach erfolgreich absolvierter Abschlussprüfung lautet die offizielle Berufsbezeichnung Elektro- und Schutzgasschweißer/in.   

Der Berufsalltag als Elektro- und Schutzgasschweißer/in

Arbeitplätze finden Elektro- und Schutzgasschweißer hauptsächlich bei Unternehmen des Heizungs- und Lüftungs-, des Rohrleitungs-, des Apparate- und Behälter-, des Kessel- und Kraftwerks-, des Metall-, Stahl- und Brücken- sowie des Karosseriebaus.

Ihr Hauptaufgabengebiet umfasst das Verschweißen von Metallteilen und das Bearbeiten von geschweißten Metallkonstruktionen, Rohrleitungen, Behältern und anderen Bauteilen. Dabei werden die Arbeiten in aller Regel auf Basis von Schweißplänen und Konstruktionszeichnungen durchgeführt. Die meisten Arbeiten erledigen Elektro- und Schutzgasschweißer im Stehen, aber in einigen Fallen sind Zwangshaltungen wie Knien oder Bücken nicht zu vermeiden.

Im Freien können zudem Nässe und Kälte die Arbeiten erschweren, in den Werkhallen hingegen ist es oft recht laut. Um Verletzungen und Unfälle zu vermeiden, müssen sich Elektro- und Schutzgasschweißer unbedingt an die geltenden Sicherheitsvorschriften halten und eine geeignete Schutzausrüstung tragen. Im Laufe der Berufstätigkeit spezialisieren sich Elektro- und Schutzgasschweißer in aller Regel auf bestimmte Schweißverfahren, Werkstoffe und Schweißnahtarten. Dabei können sie entsprechende Schweißprüfungen ablegen und dadurch die Qualifikation Geprüfte/r Schweißer/in erlangen.

Generell ist bei dieser Berufstätigkeit ein hohes Maß an Lern- und Weiterbildungsbereitschaft unabdingbar, denn im Bereich Schweißverfahren, Werkstoffe und Prüftechniken gibt es immer wieder Neuerungen, Verbesserungen und Änderungen. Im Hinblick auf eine berufliche Karriere ist es aber auch möglich, eine weiterqualifizierende Ausbildung zum/r Anlagen- oder Konstruktionsmechaniker/in zu absolvieren.

Weiterführende Schweißtechniken und Schweißverfahren:

Thema: Berufsportrait Elektro- und Schutzgasschweißer/in

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