Ausbildungen und Weiderbildungen Fügetechnik

Die wichtigsten Infos zu Ausbildungen und Weiterbildungen im Bereich der Fügetechnik 

Die Fügetechnik ist in nahezu allen Bereichen zu finden, angefangen bei stählernen Gebäude- und Brückenkonstruktionen, über Fahrzeuge, Zahnspangen und Kochtöpfe bis hin zu Raumstationen.

Damit die jeweiligen Werkstoffe in den über 250 unterschiedlichen Schweiß- und Fügeverfahren aber sachgerecht verbunden, beschichtet und getrennt werden können, sind die richtigen Fachkräfte erforderlich. 

 

Wer den Suchbegriff Schweißer in eine Online-Stellenbörse eingibt, wird nicht nur zahlreiche Jobangebote finden, sondern auch auf verschiedene Berufsbezeichnungen aus unterschiedlichen Branchen treffen. Grund genug, sich einmal näher mit diesem Bereich zu beschäftigen und herauszufinden, welche Möglichkeiten er bietet.

Hier also die wichtigsten Infos zu Ausbildungen

und Weiterbildungen im Bereich der Fügetechnik:  

Die Ausbildung zum Internationalen Schweißer

Bei einer schweißtechnischen Ausbildung, die den Abschluss zum Internationalen Schweißer zum Ziel hat, steht ein intensives Training der Handfertigkeit im Mittelpunkt. Die angehenden Fachkräfte lernen, Werkstücke vorzubereiten, zu verschweißen, die Schweißnähte zu bearbeiten und die Schweißarbeiten anschließend mithilfe von Bruchproben zu überprüfen.

Dabei spielt das Üben eine maßgebliche Rolle, denn wer fachmännisch schweißen möchte, muss wissen, in welchem Winkel und mit welchem Abstand der Brenner an das Werkstück gehalten werden muss, welche Schweißgeschwindigkeit erforderlich ist und wie diese konstant bleibt oder wann der richtige Moment ist, um den Schweißzusatzwerkstoff aufzusetzen. Da Schweißen ohne Übung nicht funktioniert, beträgt der praktische Anteil der Ausbildung rund 90 Prozent.

Absolviert werden die Ausbildungen sowohl von Arbeitnehmern, die ein ganz bestimmtes, für den Berufsalltag in ihrem Unternehmen notwendiges Verfahren lernen möchten, als auch von fach- und branchenfremden Teilnehmern. Während es bei Unternehmensschulungen recht einfach ist, den genauen Schulungsumfang zusammenzustellen, müssen sich Fachfremde zunächst einmal entscheiden, wohin der Weg führen soll. Der universell einsetzbare Schweiß-Allrounder ist nämlich eher die Ausnahme, vielmehr sind die meisten Schweißer Profis in einem oder zwei Verfahren.

So ist derjenige, der in erster Linie auf Baustellen und im Stahl- oder Brückenbau tätig sein möchte, mit einer Aus- oder Weiterbildung im Lichtbogenschweißen bestens beraten. In der Werkstatt eines Metallbaubetriebes oder einer Schlosserei, wo immer wieder auch dicke Bleche gefügt werden müssen, sind Kenntnisse im MAG-Verfahren gefragt, während im Geländer- und Rohrleitungsbau sowie im Bereich der Feinwerkmechanik hauptsächlich mit dem WIG-Verfahren gearbeitet wird.

Die Aus- und Weiterbildung zum Internationalen Schweißer erfolgt nach der weltweit anerkannten Richtlinie DVS-IIW/EWF 1111 und je nach Bedarf erfolgt die Qualifizierung in verschiedenen Verfahren auf unterschiedlichem Niveau. Neben der Praxis stehen dabei auch Theoriekenntnisse auf dem Lehrplan. So erwerben die angehenden Fachkräfte unter anderem Wissen im Hinblick auf die optimalen Schweißparameter, die Auswahl geeigneter Schweißzusätze oder die richtige Einstellung des Brenners.

Außerdem werden Prozess- und Werkstoffkenntnisse sowie diverse Vorsorge- und Schutzmaßnahmen vermittelt. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung, die gemäß der Norm im zweijährlichen Turnus wiederholt werden muss.   

Schweißer im Handwerk und in der Industrie

Während im Handwerk vor allem die Ausbildung zum Metallbauer schweißtechnische Elemente im Ausbildungsplan vorsieht, sind es in der Industrie die Ausbildungen zum Anlagen- und zum Konstruktionsmechaniker. In einigen Betrieben übernehmen aber auch Industriemechaniker, Schlosser und Spengler schweißtechnische Aufgaben. Die Ausbildungen selbst reichen jedoch für eine Qualifizierung als Schweißer nicht aus.

Stattdessen ist hierfür eine Weiterbildung in einer schweißtechnischen Ausbildungsstätte erforderlich, wobei für den Lehrgang zum Internationalen Schweißer bundesweit rund 360 Bildungseinrichtungen zur Verfügung stehen. Im Handwerk sind die Betriebe auf Mitarbeiter angewiesen, die Hintergrundwissen mitbringen und in vielen Bereichen fit sind. So sollten die Fachkräfte hier sowohl mit dicken Stahlplatten als auch mit feinen Edelstahlkonstruktionen umgehen können und zudem neben Teamgeist auch soziale Kompetenzen mitbringen, etwa wenn es um Absprachen mit Kunden geht.

Die bestehenden Ausbildungsberufe im Zusammenspiel mit einer Weiterbildung im Bereich der Fügetechnik werden diesem Bedarf gerecht. Übrigens müssen sich Azubis auch erst im zweiten Lehrjahr entscheiden, welche Richtung sie bevorzugen und ob sie sich aufgrund ihres handwerklichen Geschicks in der Schweißtechnik gut aufgehoben fühlen. In der Industrie hingegen beklagen sich die Unternehmen häufig, dass die bestehenden Ausbildungsberufe nicht weit genug gehen, um den Aufgaben der Schweißtechnik gerecht zu werden.

Dies liegt daran, dass der Bedarf eines Unternehmens an speziell ausgebildeten Fachkräften mit zunehmender Unternehmensgröße steigt.Generell bietet die Branche gute Zukunftsaussichten, denn für viele Anfertigungen wird es vermutlich auch in Zukunft keine nennenswerten Alternativen zum Schweißen per Hand geben. Bis heute werden rund 56 Prozent aller Fügeverbindungen manuell geschweißt, der Anteil von automatischen Schweißverfahren liegt bei gerade einmal 14 Prozent. Der Rest sieht andere Fügetechniken wie beispielsweise das Kleben oder Schraubverbindungen vor.

Gerade in schweißintensiven Branchen wie dem Stahlbau, dem Schiffs- und Maschinenbau, der Automobilherstellung, der Wehrtechnik oder der Luft- und Raumfahrt ist der Bedarf an Fachkräften groß. Weiterbildungen reichen hier oft nicht aus, um die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln, denn neben einer ausgeprägten Handfertigkeit brauchen die Fachkräfte hier auch ein umfangreiches Wissen rund um Verfahren, Werkstoffe und Werkzeuge.

Zudem müssen sie die gesetzlichen Bestimmungen der Branche kennen und nicht nur die Schweißarbeiten selbst, sondern auch vorbereitende und nacharbeitende Aufgaben erledigen können. Für automatische Schweißverfahren kommen dann noch Kenntnisse im Umgang mit den Maschinen und Anlagen hinzu, teilweise geht es außerdem nicht ohne spezifisches Wissen beispielsweise in Form von Fachenglisch.   

Weitere Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Fügetechnik

Neben dem Internationalen Schweißer hat die Fügetechnik aber noch eine Reihe an weiteren Aus- und Weiterbildungen zu bieten. So können Schweißer mit praktischen Erfahrungen eine Ausbildung zum Internationalen Schweißpraktiker absolvieren.

Dieser Abschluss qualifiziert sie dazu, sowohl Schweißarbeiten selbst auszuführen als auch die Schweißaufsicht bei einfachen Konstruktionen zu übernehmen. Die nächste Qualifikationsstufe stellt dann der Internationale Schweißfachmann dar, der als Schweißaufsichtsperson das Bindeglied zwischen den Theoretikern und den Praktikern ist und die Verantwortung für die Qualität der Schweißarbeiten trägt.

Eine Qualifizierung zum Internationalen Schweißtechniker kommt für diejenigen in Frage, die eine Ausbildung zum Techniker im Metallbereich vorweisen können. Internationale Schweißtechniker arbeiten als Baustellenaufsicht oder im Bereich der Projektleitung, in kleinen und mittelgroßen Betrieben sind sie teilweise auch für planerische Aufgaben zuständig.

Die Planung und Beaufsichtigung von komplexen Projekten fällt in den Zuständigkeitsbereich von Internationalen Schweißfachingenieuren mit Hochschulausbildung. In der Praxis ergibt sich aber immer wieder die Problematik, dass die meisten Schweißaufsichtspersonen selbst keine Schweißarbeiten durchführen und vielfach auch gar nicht die notwendige Qualifikation hierfür besitzen. Dies kann dazu führen, dass das Verständnis für die Produktionsabläufe fehlt und sich Prozessfehler einschleichen.

So ist es durchaus möglich, dass der Planer die Zusatzwerkstoffe zwar im Hinblick auf Grundwerkstoff und Norm richtig ausgewählt hat, der Schweißer aber feststellen muss, dass der Zusatzwerkstoff bei Schweißarbeiten in Zwangslage schlichtweg ungeeignet ist. Experten sind daher der Meinung, dass nur eine fundierte Ausbildung, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrung umfasst, die notwendige Grundlage schaffen kann.

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