Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau

Berufsportrait: Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau  

Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau sind für Schweißarbeiten an Rohrleitungen sowie an Bauteilen von Ver- und Entsorgungsanlagen zuständig. Dabei sind sie in erster Linie in Unternehmen des Heizungs- und Lüftungsbaus, in Installationsbetrieben sowie in Klempnereien tätig.

Bei der Tätigkeit als Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau handelt es sich um eine Funktion, der eine Spezialisierung auf diesen Bereich vorausgeht und die üblicherweise eine schweißtechnische Berufsausbildung oder eine Berufsausbildung im Bereich der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik voraussetzt. 

 

Von dem Einsatzgebiet und den Anforderungen des Betriebes hängt außerdem ab, welche konkreten Schweißerprüfungen abgelegt sein müssen.

Hier nun ein ausführliches Berufsportrait des Schweißers
im Zentralheizungs- und Lüftungsbau:
 

Die Aufgaben und Tätigkeiten

Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau übernehmen Schweißarbeiten bei der Fertigung von Heizungs- und Lüftungsanlagen in erster Linie an Rohrleitungen und an Blechbauteilen. Dabei gehört es auch zu ihren Aufgaben, die zu verschweißenden Werkstücke entsprechend vorzubereiten und die erforderlichen Schweißgeräte, die Hilfsmittel sowie die Zusatzwerkstoffe auszuwählen.

Für die Schweißarbeiten selbst arbeiten Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau unter Berücksichtigung von Fertigungsunterlagen und Schweißanweisungen. Dabei gibt es bestimmte Schweißarbeiten, die für die Sicherheit relevant und abnahmepflichtig sind und daher auch nur von geprüften Schweißern ausgeführt werden dürfen. Im Hinblick auf die Qualitätssicherung arbeiten Schweißer mit unterschiedlichen Prüfverfahren. Hierzu gehört die Überprüfung der Schweißnähte auf beispielsweise Übergänge, Gleichmäßigkeit, Einbrandkerben oder Risse.

Abschließend fällt auch die Nachbehandlung von Schweißnähten in ihren Aufgabenbereich. Arbeitsplätze finden Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau in erster Linie in Heizungs- und Lüftungsbaubetrieben, in Installationsfirmen sowie in Klempnereien.

In der Installations- und Versorgungsbranche sind Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau insbesondere im Bereich der Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation sowie der Lüftungs- und Klimainstallation tätig. In der Metallbe- und verarbeitung sowie im Metallbau arbeiten sie beispielsweise in Betrieben, die Heizkörper und Heizkessel für Zentralheizungen produzieren.  

Die Arbeitsbedingungen

Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau arbeiten weitestgehend eigenständig, allerdings in Absprache mit Kollegen sowie anderen Fachkräften. Zudem erledigen sie ihre Aufgaben nicht nur mit der exakten und zuverlässigen Arbeitsweise, die im Allgemeinen für Schweißarbeiten erforderlich ist, sondern halten sich auch strikt an technische Zeichnungen, Pläne und Vorgaben. Bei komplexen Schweißarbeiten erfolgt die Arbeit vielfach unter Aufsicht von Schweißaufsichtspersonen.

In aller Regel erfolgt der Einsatz von Schweißern im Zentralheizungs- und Lüftungsbau an wechselnden Arbeitsorten, zu denen beispielsweise Baustellen, Rohbauten oder auch Wohnungen von Kunden gehören. Bei Aufträgen, die eine Auswärtstätigkeit erforderlich machen, stellt der Arbeitgeber in aller Regel Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Wohncontainer unmittelbar auf oder in der Nähe der Baustelle, die sich die Schweißer dann mit anderen Kollegen teilen.Je nach Tätigkeit und Einsatzort sind Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau unterschiedlichsten Witterungenverhältnissen ausgesetzt.

Zudem hängt es von der jeweiligen Schweißaufgabe ab, ob die Arbeit im Stehen, im Knien, in der Hocke, in gebückter Haltung oder bei schwer erreichbaren Stellen über Kopf ausgeführt werden muss. Um sich vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen, ist für Schweißer die strikte Einhaltung der Sicherheits- und Arbeitsschutzbestimmungen verpflichtend. Um sich beispielsweise vor Rauchgasen, Dämpfen oder Funkenflug zu schützen, besteht die Arbeitskleidung aus schwer entflammbarer Schutzkleidung sowie aus Schutzbrillen, Schutzschilden oder Schutzschirmen.

Das Einkommen hängt zum einen von den Anforderungen, zum anderen von der Berufserfahrung und der übertragenen Verantwortung ab. Üblicherweise erhalten Schweißer neben den Grundvergütung Zulagen bei beispielsweise Auswärtstätigkeiten sowie teils Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Je nach Region und Branche können dabei deutliche Einkommensunterschiede auftreten, die tarifliche Grundvergütung bewegt sich jedoch 12,25 Euro und 13,82 Euro als Bruttostundenlohn.  

Der Zugang

In aller Regel erfolgt die Spezialisierung zum Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau nach einer Berufsausbildung als geprüfter Schweißer oder einer Berufsausbildung im Bereich der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, beispielsweise als Anlagenmechaniker in diesem Bereich.

Die erforderlichen Schweißerprüfungen sind dabei durch nationale und internationale Normen und Richtlinien des DVS, des EWF sowie des IIW reglementiert.  

Die Weiterbildungsmöglichkeiten

Grundsätzlich setzt eine Tätigkeit als Schweißer im Zentralheizungs- und Lüftungsbau auch eine konstante Weiterbildungsbereitschaft voraus, um fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben und neue Entwicklungen sowie geänderte Vorschriften umsetzen zu können. Daneben steht eine breite Palette an fachlichen Anpassungsweiterbildungen zur Auswahl, die sich über schweißtechnische Lehrgänge und Schulungen über die Qualitätssicherung bis hin zu Sonderschweißverfahren erstreckt.

Außerdem werden Aufstiegsweiterbildungen angeboten. Je nach beruflicher Vorbildung besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich zum Schweißfachmann oder Techniker der Fachrichtung Versorgungstechnik weiterzubilden.

Verfügt der Schweißer über die Berechtigung, eine Hochschule zu besuchen, ist auch ein Bachelorabschluss im Bereich Versorgungstechnik möglich.

Weiterführende Schweißerberufe, Schweißverfahren und Anleitungen:

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