Anleitung zum Quellschweißen und Warmgasschweißen

Infos und Anleitungen zum Quell- und zum Warmgasschweißen 

Das Quell- und das Warmgasschweißen sind zwei Schweißverfahren, die beim Schweißen von Folien angewandt werden.

 

Hier einige Infos sowie die Anleitungen dazu:

Das Quellschweißen

Beim Quellschweißen werden die sauberen, trockenen Verbindungsflächen mit einem Quellschweißmittel angelöst und anschließend unter Druck miteinander verbunden. Dabei darf nur original Quellschweißmittel, das mit dem Kürzel THF bezeichnet wird, in unverdünnter Form verwendet werden.

Angewandt wird das Quellschweißen, das eine einfache und zuverlässige Verbindungsmethode darstellt, vor allem auf offenen Baustellen.

In geschlossenen Räumen ist das Quellschweißen nicht immer möglich, da hier nur unter bestimmten Umständen der Einsatz von Quellschweißmitteln erlaubt ist.   

Anleitung für das Quellschweißen

Beim Quellschweißen wird das Quellschweißmittel mit einem breiten Flachpinsel in Längsrichtung dort aufgebracht, wobei sich die beiden Folienbahnen überlappen. Entsprechend der allgemeinen Vorschriften gilt, dass die Breite der Verschweißung 3cm betragen sollte, wobei sich die beiden Bahnen in diesem Fall mindestens 5cm überlappen sollten.

Die beiden Bahnen müssen gleichzeitig angelöst werden und werden dann zusammengedrückt, beispielsweise mithilfe der Hand. Durch den Druck mit der Handkante ist es gleichzeitig möglich, die Breite der Verschweißung zu begrenzen.

Wichtig ist, das Quellschweißmittel nicht zu großzügig aufzutragen, da es ansonsten hinter die Naht laufen oder sich dort ungewollt verteilen könnte. Liegen die Temperaturen unter 5°C, muss der Bereich, der verschweißt werden soll, außerdem vorab erwärmt werden.

Stellt sich heraus, dass die Nahtkanten nach dem Verschweißen abstehen, muss die Nachbearbeitung mit einem Handschweißgerät erfolgen. Die mit THF geschweißten Nähte werden abschließend mit einer PVC-Lösung abgesichert.

Das Warmgasschweißen

Das Warmgasschweißen, das auch als Heißluftschweißen bezeichnet wird, wird angewandt, wenn es nicht möglich ist, die Verschweißung durch das Quellschweißen auszuführen. Dies ist beispielsweise in geschlossenen Räumen der Fall, die nicht ausreichend belüftet sind und daher die Verwendung von Quellschweißmitteln unmöglich machen.

Die Verbindungsflächen müssen für das Warmgasschweißen sauber sein und Falten sowie Quetschungen im Bereich der Schweißnaht oder auch Kreuzstöße sollten vermieden werden. Durch das Warmgasschweißen werden die beiden Verbindungsflächen durch gleichmäßiges Erhitzen in einen plastischen Zustand gebracht und unmittelbar danach durch Druck gefügt.

Die Geschwindigkeit beim Warmgasschweißen hängt zum einen von der Heißlufttemperatur und zum anderen von der Umgebungstemperatur ab. Aus diesem Grund werden beim Warmgasschweißen ausschließlich Schweißgeräte verwendet, bei denen die Temperatur individuell eingestellt werden kann.

Grundsätzlich eignet sich das Warmgasschweißen allerdings nur bei Bahnendicken ab 0,8mm. Ausgeführt werden kann die Warmgasschweißung mit Handschweißgeräten oder mit Schweißautomaten.
 

 

Anleitung für das Warmgasschweißen

Wenn mit Handschweißgeräten gearbeitet wird, wird eine 4cm breite Schweißdüse mit Flachschlitz verwendet. Die notwendige Schweißtemperatur wird vorab an einem Musterstück ermittelt und muss dann bei der Verschweißung konstant eingehalten werden.

 

Die Herstellung der Nahtverbindung gliedert sich in zwei Arbeitsschritte. Im ersten Arbeitsschritt wird die hintere Nahtkante 1cm bis 2cm breit vorfixiert. Im zweiten Arbeitsschritt wird die Nahtverbindung dann fertig gestellt, wobei durch diese Vorgehensweise verhindert wird, dass Heißluft unter der überlappenden Bahn entweicht.

Die Schweißdüse wird so in die in die überlappenden Stellen eingeführt, dass beide Folienbahnen gleichmäßig erwärmt werden. Durch eine 4cm breite Andrückrolle, die immer in der Schweißrichtung über die Folien geführt wird, werden die beiden Folien dann miteinander verbunden.

Wird mit Schweißautomaten gearbeitet, ist die Arbeitsweise grundsätzlich ähnlich. Moderne Schweißautomaten sind mit einem automatischen Regler ausgestattet, der Temperaturschwankungen ausgleicht, die durch Schwankungen der Spannung entstehen können. Die Schweißdüsen und Andrückrollen der Geräte sind üblicherweise 4cm und breiter, wobei wichtig ist, dass die Temperatur der Heißluft und die Fahrgeschwindigkeit bei den Geräten einstellbar sind.

Der Anpressdruck, der für eine stabile Verbindung erforderlich ist, wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Verbindungsstellen mit Gewichten zwischen 7kg und 13kg beschwert werden. Um zu verhindern, dass es im Nahtbereich zu Verformungen des Materials oder zu fehlerhaften Stellen kommt, müssen die Schweißtemperatur und die Schweißgeschwindigkeit aufeinander und auf die Folien abgestimmt. Dies erfolgt durch eine Probeschweißung im Vorfeld.


Überprüfung der Nahtverbindungen

Um die Nahtverbindungen zu überprüfen, werden neben der optischen Prüfung und der Anblasprüfung üblicherweise die Reißnadelprüfung oder die Vakuumprüfung durchgeführt.  Bei der Reißnadelprüfung wird eine Reißnadel unter leichtem Druck entlang der Nahtkanten geführt.

Sind Fehlstellen vorhanden, werden die überlappenden Bahnen durch die Nadelspitze deutlich voneinander getrennt. In diesem Fall werden die Fehlstellen markiert und anschließend mithilfe eines Warmgashandschweißgerätes machgearbeitet.

Die Vakuumprüfung kommt vor allem bei T-Stoßverbindungen zum Einsatz. Das Vakuumprüfgerät erzeugt einen Unterdruck und dadurch können sowohl die Qualität der Schweißverbindungen als auch die Festigkeit und die Dichtigkeit kontrolliert werden. Bei der Vakuumprüfung wird eine durchsichtige Prüfglocke auf die Verbindung aufgesetzt und die Luft, die sich in der Prüfglocke befindet, abgesaugt. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der zwischen -0,2 und -0,3 bar betragen sollte.

Lässt sich der Unterdruck aufbauen und bleibt er über einen bestimmten Zeitraum bestehen, gilt die Prüfung als bestanden. Teilweise wird auch eine farbige Seifenlauge verwendet, die dann zu deutlich sichtbaren Seifenblasen führt, wenn die Nahtverbindungen undicht sind.

Weiterführende Schweißtechniken, Anleitungen und Ratgeber:

Thema: Infos und Anleitungen zum Quell- und zum Warmgasschweißen 

Ein Gedanke zu „Anleitung zum Quellschweißen und Warmgasschweißen“

  1. Wie verschweiße ich zwei verschiedene kunststoff arten.
    z.B.:
    PVC mit Polyester
    PVC mit Polyamid
    PVC mit Glimmer (engl. Mica)

    Wäre dankbar für jede hilfe…

    Ayhan S.

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