Was macht ein Anlagenmechaniker?

Was macht ein Anlagenmechaniker?

Anlagenmechaniker stellen Bauteile her und setzen sie zu Baugruppen, Apparaten, Rohrleitungssystemen und Industrieanlagen zusammen. Außerdem kümmern sie sich um die Instandhaltung und erweitern oder bauen Anlagen um. Eine andere Bezeichnung lautet Betriebsschlosser. Wir stellen den Beruf des Anlagenmechanikers vor! Ein Hinweis vorab: Selbstverständlich steht der Beruf allen Geschlechtern offen. Wenn wir es bei der männlichen Form belassen und die Anlagenmechanikerin nicht jedes Mal gesondert erwähnen, liegt das ausschließlich daran, dass wir den Text lesefreundlich halten möchten.

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Was macht ein Anlagenmechaniker

Was macht ein Anlagenmechaniker?

Anlagenmechaniker fertigen verschiedene Bauteile, Anlagen und Systeme für die Industrie. Danach kümmern sich beim Kunden vor Ort um die Montage. Auch die Wartung und Instandhaltung von Anlagen gehört zu ihrem Aufgabenbereich.

Fertigung

Bevor die Herstellung von Bauteilen für industrielle Anlagen oder Rohrleitungssysteme beginnt, überprüfen Anlagemechaniker die Stücklisten und die technischen Zeichnungen oder Baupläne. Anschließend legen sie die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte fest, rufen das benötigte Material aus dem Lager ab und stellen sich die Werkzeuge zusammen, die sie brauchen.

Das können zum Beispiel Trennsägen und Brennschneider, Schweißgeräte, kleinere Handwerkzeuge, Messmittel und Kleinteile wie Schrauben, Zylinderstifte und Schellen sein.

Bei der Fertigung schneiden Anlagemechaniker Bleche auf das benötigte Format zu und kanten sie ab. Rohre längen Anlagenmechaniker ab, biegen diese und versehen sie mit Schweißfugen oder Gewinden. Schablonen und Messlehren helfen dabei, sicherzustellen, dass die Formen und die Maße stimmen.

Wenn Bauteile in größeren Stückzahlen benötigt oder einzelne Präzisionsbauteile hergestellt werden, setzen Anlagemechaniker CNC-Maschinen ein. Oft programmieren sie die Maschinen auch selbst. Kleine Komponenten entstehen zum Teil mittels 3D-Druck.

Blechteile falzen, pressen oder schweißen Anlagenmechaniker zusammen. Rohre verbinden sie mit Fittings oder Flanschen, durch Löten oder Verschweißen. Die vorgefertigten Bauteile werden anschließend verladen und zum Bestimmungsort transportiert.

Montage

In aller Regel machen sich Anlagemechaniker auf den Weg zum Kunden. Dort überprüfen sie, ob die angelieferten Elemente vollständig und ohne Transportschäden angekommen sind.

Dann montieren sie die Baugruppen, verbinden Rohrleitungen, bauen Armaturen, Ventile und Dichtungen ein und schließen Pumpen, Behälter und Kessel an.

Ist die Anlage fertig aufgebaut, wirken Anlagemechaniker an der Inbetriebnahme mit. Sie führen Probeläufe durch, um die Funktionen zu überprüfen, justieren bei Bedarf nach und beheben eventuelle Fehler. Danach übergeben sie die Anlage an den Kunden.

Instandhaltung

Oft übernehmen Anlagemechaniker auch die Wartungsarbeiten. Immerhin kennen sie die Anlagen am besten. Im Zuge einer Wartung prüfen sie die Druck- und Energiewerte, kontrollieren Behälter, Schweißnähte und Rohrverbindungen und tauschen bei Bedarf Verschleißteile aus.

Weil sich die Technik stetig weiterentwickelt und sich die Anforderungen an die Produktionsabläufe ändern, können auch der Umbau oder eine Erweiterung von Anlagen zum Aufgabenbereich von Anlagemechanikern gehören.

Wie sind die Arbeitsbedingungen von Anlagemechanikern?

Anlagemechaniker arbeiten hauptsächlich in Fertigungshallen und auf Montagebaustellen. Sie bedienen verschiedene Maschinen, verwenden Hebezeuge und nutzen Schweißgeräte und Handwerkzeuge. Je nach Tätigkeit müssen sie Schutzkleidung tragen.

In der Halle kann es durch die laufenden Maschinen laut werden. In der Luft liegt Metallstaub, beim Schweißen und bei Lötarbeiten entstehen Rauchgase. Wird eine Anlage im Freien montiert, sind Anlagemechaniker der Witterung ausgesetzt.

Müssen zum Beispiel schwere Bauteile gehoben oder Komponenten über Kopf montiert werden, kann die Arbeit körperlich anstrengend sein. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind wichtig, wenn es um die Montage und den Einbau von Elektronik geht. Schweißarbeiten wiederum erfordern eine sorgfältige Arbeitsweise.

Außerdem sollten Anlagemechaniker trittsicher und schwindelfrei sein. Denn vor allem bei Großanlagen sind oft Gerüste im Einsatz. In größeren Unternehmen arbeiten Anlagemechaniker teilweise im Schichtbetrieb.

Wie läuft die Berufsausbildung ab?

Beim Anlagemechaniker handelt es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf in der Industrie, der durch die Ausbildungsverordnung geregelt ist. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet im dualen System statt.

Dual bedeutet, dass der Azubi in seinem Ausbildungsbetrieb lernt und parallel dazu die Berufsschule besucht.

Aus rechtlicher Sicht ist für die Berufsausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Unternehmen stellen aber Azubis mit mittlerer Reife (Realschulabschluss) ein. Zu den entscheidenden Schulfächern gehören Mathematik, Technik, Physik und Deutsch.

Wo finden Anlagenmechaniker Arbeitsplätze?

Arbeitsplätze für Anlagenmechaniker bieten in erster Linie Unternehmen, die in den Bereichen

  • Rohrleitungs- und Industrieanlagenbau,

  • Apparate- und Behälterbau,

  • Installation und Versorgung oder

  • Erdöl- und Erdgasförderung

tätig sind. Außerdem können Anlagenmechaniker in der chemischen Industrie arbeiten.

Die Tätigkeit setzt in aller Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Anlagen, die eine Überwachung erfordern, dürfen nur von Personen überprüft werden, die eine entsprechende Befähigung haben.

Diese Befähigung ergibt sich aus der Ausbildung, der Berufserfahrung und den entsprechenden Fachkenntnissen. Je nach Aufgabenbereich brauchen Anlagenmechaniker dann noch weitere Qualifikationen. Das können zum Beispiel Schweißberechtigungen für bestimmte Schweißverfahren und Werkstoffe sein.

Neben Weiterbildungen, die das Fachwissen aktuell halten und vertiefen, können Anlagemechaniker auch Aufstiegsweiterbildungen absolvieren. Möglich ist zum Beispiel eine Qualifizierung als Industriemeister in der Fachrichtung Metall oder als Techniker in der Fachrichtung Maschinenbautechnik.

Weitere Karrierechancen eröffnen sich durch ein Studium, beispielsweise in Studienfächern wie Verfahrenstechnik oder Maschinenbau.

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Rudolf Bozart, - Schweißfachingenieur, Gerd Meinken - Schweißwerkmeister, Thorsten Kamps, Schweißer, Coautor und Buchautor und Christian Gülcan Unternehmer und Betreiber der Webseite, 2 Jahre Vertrieb von Dienstleistungen in Mechanik- und Mettallbearbeitung, schreiben hier alles Wissenswerte zu Schweißtechniken und Schweißverfahren, geben Tipps und Anleitungen zu Berufen, Schweißgeräten, Materialkunde und Weiterbildung.

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