Edelstahl schweißen

Edelstahl schweißen

Als Edelstahl wird legierter oder unlegierter Stahl bezeichnet, der einen besonderen Reinheitsgrad aufweist, beispielsweise Stahl, dessen sogenannte Eisengebleiter Schwefel und Phosphor unter 0,025% liegen.

Das Edelstahl schweißen kann mit nahezu allen bekannten Schweißmethoden erfolgen, am häufigsten sind jedoch die Schweißverfahren WIG, MIG, MAG und das E-Schweißen. Beim WIG-Schweißen brennt ein elektrischer Lichtbogen zwischen einer Elektrode und dem Werkstück.

Die Elektrode ist von einer Düse umgeben, aus der Schutzgas ausströmt, das den Lichtbogen und die Schweißstelle vor der Außenluft schützt. Sofern ein Schweißzusatzstoff benötigt wird, wird dieser manuell oder mechanisch zugeführt. Beim Edelstahl schweißen wird mit Gleichstrom geschweißt, wobei die auf dem Minuspol liegende Elektrode spitz zugeschliffen ist.

Beim MIG- und MAG-Schweißen brennt ebenfalls ein elektrischer Lichtbogen zwischen Elektrode und Werkstück, allerdings schmilzt hierbei die Elektrode ab. Somit ist sie zeitgleich stromführende Elektrode und Schweißzusatzstoff. Die Elektrode wird automatisch zugeführt, wobei sie von einer Düse umgeben ist, aus der Schutzgas austritt. Beim MIG-Schweißen handelt es sich um Helium, Stickstoff oder Argon, also inerte Gase.

 Edelgase

Beim MAG-Schweißen wird den Edelgasen Kohlendioxid oder Sauerstoff beigemischt, wodurch aktive Gas entstehen, die aktiv mit den Werkstoffen reagieren. Eine weitere Möglichkeit, um Edelstahl zu schweißen, ist das E-Schweißen. Hierbei gestaltet sich die Anleitung derart, dass ein elektrischer Lichtbogen zwischen Werkstück und einer abschmelzenden Elektrode brennt.

Die Elektrode ist dabei umhüllt und durch das Schmelzen der Umhüllung bilden sich Gase und eine Schlacke. Die Gase schützen, vergleichbar mit den Schutzgasen bei MIG, MAG und WIG den Lichtbogen und die Schweißstelle, die Schlacke bindet Verunreinigungen, bewirkt ein langsames, gleichmäßiges Abkühlen und sorgt so für wenig Schweißverzug. Nach dem Abkühlen wird die Schlacke wieder entfernt. Zudem bietet das E-Schweißen einen weiteren Vorteil, der sich durch die kompakten, transportablen Schweißgeräte ergibt: die Schweißarbeit kann auch im Freien und selbst bei Wind erfolgen.

Anleitungen und Ratgeber zu Schweißtechniken und Schweißverfahren:

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13 Gedanken zu „Edelstahl schweißen“

  1. Bei allen Schweißarbeiten sollten aber die Sicherheitsvorkehrungen nicht vergessen werden, egal wie schnell es gehen muss oder wie geübt der Schweißer ist. Im eigenen Interesse sollten Handschuhe, ein Augenschutz und entsprechende Schuhe immer zur Standardausrüstung gehören, denn beim Schweißen sind hohe Temperaturen mit im Spiel und Verletzungen können sehr böse ausgehen!

  2. Ich hätte eine Frage.
    Muß man beim E-schweißen für Edelstahl spezielle Elektroden haben oder geht das mit jeder?

  3. Hallo,
    mich würde noch interessieren ob man Gleich- oder Wechselstrom nehmen kann, und ob es bei Gleichstrom auf die Polarität von der Elektrode ankommt.

  4. Hallo Uwe,
    du musst selbstverständlich spezielle Elektroden verwenden. Hierbei ist deine Edelstahlart (z.B. V2A oder V4A) zu beachten und entsprechend die notwendige Elektrode zu wählen (z. B. bei ebay unter Edelstahlelektrode).
    Ebenso solltest nach dem Schweißen die Naht gründlich von der Schlacke reinigen und anschließend die Schweißstelle beizen (entfernt Eisenreste in der Oberfläche der Nahtstelle).

    Gruß Dirk

  5. Hallo, bin wieder mal dran, Inox zu schweissen, verwende ISOARC 316 -Elektroden 1.6 /2.0mm für 6mm Material. sie zünden sehr schlecht und bleiben kleben. Wo liegt wohl der Fehler? Wer weiss Rat ?

  6. Ich möchte an dieser Stelle mal etwas richtig stellen:

    Als Edelstahl werde im allgemeinen AUSSCHLIESSLICH sogenannte Chrom-Nickel-Stähle bezeichnet.

    Wer bei einem (sogenannten) Edelstahl einen nahezu unlegierten Stahl erwartet liegt FÜRCHTERLICH FALSCH. Diese Fehleinschätzung kann zu erheblichen Finanziellem und (noch viel schlimmer) Personenschaden führen.

    Begründung zu meinem vorhergehenden Eintrag:

    Auf der Elektrochemischen Spannungsreihe sind die Edelstähle unterhalb der Normalen Stähle einzuordnen. Daher agieren die Edelstähle als OPFERANODE und werden zersetzt.
    Da dieser Vorgang nicht immer von aussen nach innen sondern auch von Innen nach aussen stattfinden kann, würde eine Konstruktion (Ein Geländer o.ä.) unbemerkt erheblich geschwächt!

    Daher NIEMALS im Aussenbereich normale Stähle mit Edelstählen kombinieren!

  7. Hallo ich wollt mal fragen ob sich auch Edelstahl guss schweißen lässt? und ob es da besonderheiten gibt also im Schweißverfahren oder wird das dan auch mit Mig oder Wig geschweist ?
    mfg

  8. Ein kleiner Wärmeeintrag ist wichtig, um das Gefüge möglichst wenig zu verändern. Vermeidung von Sprödbruch und spätere Oxidierung. Daher bietet sich für die Hand am besten WIG an.

  9. Ich habe mir einen 200 l Wassertank aus Edelstahl machen lassen. Nach kurzer Zeit hat sich an den Schweißstellen Rost gebildet und sie sind stellenweise undicht. Was ist hier passiert und ist es üblich, dass Schweißstellen an Edelstahl rosten? Hat der Konstrukteur falsch gearbeitet, oder kann man Rost nicht ausschließen?

  10. Hallo, verwundert bin ich das las: Beim MAG-Schweißen wird den Edelgasen Kohlendioxid oder Sauerstoff beigemischt, wodurch aktive Gas entstehen. Also: Sauerstoff ist doch ein Brandbeschleuniger ??

  11. Ferris sagt:

    Edelstahl kann nicht MAG-geschweißt werden ????????????????
    #
    das ist falsch !!!!! für MAG gibts eigenen Draht nur der ist sau teuer.

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