Ausbildungsberuf: Fachkraft für Metalltechnik mit Fachrichtung Konstruktionstechnik

Ausbildungsberuf: Fachkraft für Metalltechnik mit Fachrichtung Konstruktionstechnik

Seit Beginn des Ausbildungsjahres 2013 besteht die Möglichkeit, den Beruf Fachkraft für Metalltechnik zu lernen. Dieser neue Ausbildungsberuf, der in vier Fachrichtungen angeboten wird, löst elf alte Ausbildungsberufe ab.

Einige dieser Berufe stammten noch aus den 1930er-Jahren und waren einfach nicht mehr zeitgemäß. Andererseits wurden bei diesen Berufen, zu denen unter anderem der Teilezurichter, der Fräser, der Kabeljungwerker oder der Drahtwarenmacher gehören, Ausbildungsinhalte vermittelt, die auch heute noch wertvoll und wichtig sind.

Durch den neuen Ausbildungsberuf als Fachkraft für Metalltechnik bleibt dieses Fachwissen zeitgemäß aufbereitet erhalten.

Für den Bereich der Fügetechnik spielt vor allem die Fachrichtung Konstruktionstechnik eine große Rolle. Schon 1995 war der Beruf des Schmelzschweißers außer Kraft getreten. Als Nachfolger gibt es seitdem mit dem Anlagemechaniker und dem Konstruktionsmechaniker zwar zwei schweißtechnisch ausgerichtete Ausbildungsberufe.

Vielen Betrieben und Unternehmen reichen die schweißtechnischen Kenntnisse und Fertigkeiten, die bei diesen Ausbildungsberufen vermittelt werden, in der Praxis aber nicht aus. Mit der Fachkraft für Metalltechnik mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik gibt es nun wieder einen Ausbildungsberuf in der Gruppe der industriellen Metallberufe, bei dem die Fügetechnik eine zentrale Rolle spielt.

Die folgende Übersicht stellt den neuen Ausbildungsberuf Fachkraft für Metalltechnik (mit Fachrichtung Konstruktionstechnik) vor:

Die Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik

Bei der Fachkraft für Metalltechnik handelt es sich um einen zweijährigen Ausbildungsberuf. Wie generell bei allen Berufen mit zweijähriger Ausbildungsdauer nimmt die Praxis einen größeren Anteil ein als die Theorie.

Dadurch kann der Beruf ein guter Einstieg für Azubis sein, die eher durchwachsene schulische Leistungen mitbringen und dafür ihre Stärken in den praktischen Fertigkeiten haben. Der neue Ausbildungsberuf ergänzt die bereits vorhandenen Metall- und Elektroberufe. Deshalb kann die Ausbildungszeit voll angerechnet werden, wenn sich der Azubi dazu entschließt, die Ausbildung fortzusetzen und einen drei oder dreieinhalbjährigen Metallberuf zu erlernen.

Das erste Ausbildungsjahr ist für alle angehenden Fachkräfte für Metalltechnik gleich. Im Mittelpunkt stehen metalltechnische Grundkenntnisse und Kernqualifikationen. So lernen die Azubis unter anderem wie

  • ·         Bauteile und Baugruppen angefertigt,
  • ·         Betriebsmittel gewartet,
  • ·         Bauteile und Baugruppen gesichert und transportiert sowie
  • ·         Bauteile und Baugruppen montiert und demontiert

werden. Im ersten Ausbildungsjahr geht es also vorrangig darum, den Azubis das Basiswissen für ihre Berufstätigkeit zu vermitteln. Im zweiten Ausbildungsjahr stehen dann Ausbildungsinhalte auf dem Lehrplan, die auf die jeweilige Fachrichtung ausgelegt sind. Damit steht das zweite Ausbildungsjahr im Zeichen von spezifischem Fachwissen.

Die vier Fachrichtungen bei der Fachkraft für Metalltechnik

Bei ihrer Ausbildung können die angehenden Fachkräfte für Metalltechnik zwischen vier verschiedenen Fachrichtungen wählen:

1.       Konstruktionstechnik:

Bei einer Ausbildung mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik lernen die Azubis, Montage- und Demontagearbeiten zu planen, vorzubereiten und durchzuführen. Außerdem steht die Fertigung von Metallkonstruktionen auf dem Lehrplan.

Da in der Fachrichtung Konstruktionstechnik die Füge- und Schweißtechnik eine große Rolle spielt, gehören auch das Umformen und Trennen, das Fügen von Bauteilen sowie die Aufbereitung und der Schutz von Oberflächen zu den wichtigen Ausbildungsinhalten. Arbeitsplätze für Fachkräfte mit diesem Schwerpunkt bieten in erster Linie Unternehmen und Betriebe, die Bauteile und Konstruktionen aus Metall herstellen oder Metallkonstruktionen vor Ort montieren.

 

2.       Montagetechnik:

In der Fachrichtung Montagetechnik bilden das Planen, das Vorbereiten, das Durchführen, das Überwachen und das Optimieren von Montage- und Demontagearbeiten Ausbildungsschwerpunkte.

Außerdem lernen die Azubis den Umgang mit Schalt- und Funktionsplänen und den Einbau von Leitungen, elektrischen Bauteilen und elektronischen Baugruppen. Arbeitsplätze für Fachkräfte mit dem Schwerpunkt Montagetechnik bieten Unternehmen aus der Metall- und der Elektroindustrie.

 

3.       Zerspanungstechnik:

Der Schwerpunkt Zerspanungstechnik stellt das Planen, das Überwachen und das Optimieren von Fertigungsprozessen in den Mittelpunkt. Dazu gehört, dass die Azubis lernen, Maschinen, Geräte und Fertigungssysteme einzustellen und zu bedienen. Außerdem spielt die Fertigung von Werkstücken eine wichtige Rolle.

In diesem Zusammenhang lernen Azubis Verfahren wie das Schleifen, das Bohren, das Fräsen, das Reiben oder das Senken. Arbeitsplätze finden Fachkräfte mit dieser Fachrichtung vorrangig in Betrieben der metallverarbeitenden Industrie.

 

4.       Umform- und Drahttechnik:

In der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik stehen Trenn- und Umformverfahren im Mittelpunkt. Die Azubis lernen, geeignete Werkzeuge auszuwählen, Maschinen einzurichten und zu bedienen, Produktionsprozesse zu überwachen und Bauteile zu ein- und abzubauen.

Die Wartung von Werkzeugen und die Oberflächenbehandlung von Werkstoffen stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Fachkräfte mit dieser Fachrichtung finden hauptsächlich in Betrieben der Umform- und Drahtindustrie Arbeitsplätze.

Die Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik mit Fachrichtung Konstruktionstechnik

Im ersten Ausbildungsjahr geht es in erster Linie darum, die Grundlage für die spätere Berufstätigkeit zu schaffen. Deshalb erwerben die angehenden Fachkräfte für Metalltechnik im ersten Jahr ihrer Ausbildung Basiswissen und metalltechnische Kernqualifikationen.

Den größten Anteil nimmt dabei das Montieren und Demontieren von Bauteilen und Baugruppen ein. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Sie ist für alle angehenden Fachkräfte gleich.

Bei einer Ausbildung mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik steht im zweiten Ausbildungsjahr dann die Füge- und Schweißtechnik im Vordergrund. So lernen die Azubis,

  • ·         Metallkonstruktionen anzufertigen, zu montieren und abzubauen,
  • ·         Bleche, Rohre und Profile nach Schablonen und Zeichnungen vorzurichten,
  • ·         Bauteile mit mechanischen und thermischen Verfahren zu fügen,
  • ·         Werkstücke aus Metall thermisch vor- und nachzubehandeln,
  • ·         Sichtprüfungen bei Schweiß- und Lötverbindungen durchzuführen,
  • ·         Oberflächen aufzubreiten und zu schützen,
  • ·         Bleche, Rohre und Profile von Hand, maschinell und thermisch umzuformen und zu trennen.

Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet die Abschlussprüfung statt. Sie umfasst sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Prüfungsteil.

Durch eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik ist die Basis für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in der Industrie und dem Handwerk vorhanden. Auch eine Karriere im Bereich der Füge- und Schweißtechnik ist möglich. Allerdings ist eine Schweißerprüfung nicht vorgesehen. Dies hat rechtliche Gründe.

Gemäß Berufsbildungsgesetz gehören Facharbeiterprüfungen nämlich in das Hoheitsgebiet von Prüfungskommissionen. Die Prüfung zum Internationalen Schweißer nach DIN EN 287-1 und ISO 9606-1 wird aber vor einer zertifizierten Einrichtung abgelegt.

Die Bescheinigung über eine erfolgreiche abgelegte Schweißerprüfung wäre damit für die Prüfungskommission, die die Facharbeiterprüfung abnimmt, eine Fremdbewertung. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung verfügt die Fachkraft für Metalltechnik mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik aber über so umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten, dass eine nachträgliche Schweißerprüfung problemlos zu meistern sein sollte.

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