Hintergrundwissen zum Stichwort „Metallrohstoffe“

Hintergrundwissen zum Stichwort „Metallrohstoffe“

Die vielen verschiedenen Schweißmethoden und -verfahren ermöglichen es zwar, fast alle Materialien zu verarbeiten und zu fügen. Zu den gängigsten Metallen beim Schweißen gehören aber nach wie vor bekannte Metalle wie Eisen, Stahl oder Aluminium.

Doch seit einiger Zeit nimmt auch die wirtschaftliche Bedeutung von weniger bekannten Metallen deutlich zu. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der technische Fortschritt. Neue und innovative Technik wird in vielen Fällen erst dadurch überhaupt möglich, dass modernste Metallrohstoffe zum Einsatz kommen.

Etwas Hintergrundwissen zum Stichwort „Metallrohstoffe“

Wie wichtig die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen für die Entwicklung der Menschheit war und ist, wird allein schon durch die Bezeichnungen für die Epochen der Menschheitsgeschichte deutlich. So ist hier etwa von der Steinzeit, der Bronzezeit oder der Eisenzeit die Rede.

In der Tat waren Feuerstein, Bronze und Eisen überaus wichtige Entdeckungen. Immerhin ermöglichten sie unseren Urahnen, Feuer zu entfachen, Waffen zu bauen oder Werkzeuge zu schmieden und dadurch ihr Überleben zu sichern. Funde aus der Altsteinzeit beweisen sogar, dass schon damals Erdöl bekannt war.

So dickte der frühe Mensch das Erdöl ein, um es dann als Klebstoff für Stein- und Metallwerkzeuge mit Holzstiel zu verwenden. Je weiter die Entwicklung voranschritt, desto größer wurde der Bedarf an Rohstoffen. Dies führte einerseits dazu, dass die ersten Handelsbeziehungen aufgebaut wurden.

Andererseits kam es immer wieder auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. So trugen etwa die Germanen und die Kelten erbitterte Kämpfe um Eisen-Lagerstätten aus.

Die Industrialisierung ließ den Rohstoffbedarf regelrecht explodieren. Gleichzeitig machten es wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Neuerungen einfacher, Rohstoffvorkommen aufzuspüren und die Rohstoffe abzubauen. Neue Erfindungen und optimierte Gerätschaften führten zu einer schier grenzenlosen Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten.

Damit wuchs auch die Palette an Metallrohstoffen und anderen Werkstoffen kontinuierlich. Heute verarbeiten Industrienationen verschiedenste Roh- und Werkstoffe, die auf der ganzen Welt abgebaut und auf dem Weltmarkt gehandelt werden.

Lagerstätten von Metallrohstoffen

Theoretisch sind Rohstoffe überall in der Natur vorhanden. Kommt ein Rohstoff an einer Stelle in einer großen Menge vor, wird von einer Lagerstätte gesprochen. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, den Rohstoff an einer Lagerstätte abzubauen, hängt von der Nachfrage ab.

Je größer die Nachfrage ist, desto höher ist der Rohstoffpreis auf dem Weltmarkt. Bei einem hohen Weltmarktpreis kann sich der Abbau auch dann rechnen, wenn der Aufwand vergleichsweise hoch ist.

Bringt ein Rohstoff hingegen kaum Gewinne ein, macht es wenig Sinn, viel Geld in den Abbau zu investieren. Außerdem gilt immer abzuwägen, welche Auswirkungen der Rohstoffabbau für die Natur hat. So werden beispielsweise die sogenannten Seltenen Erden oder Gold gewonnen, indem die Rohstoffe mithilfe von Lösungsmitteln aus Erzen gelöst werden.

Aus den verwendeten Lösungsmitteln werden giftige Abfallprodukte. Die enormen Mengen an Abfallprodukten müssen irgendwo gelagert werden, wobei dies nicht nur kostenintensiv ist, sondern auch hohe Umweltrisiken mit sich bringt.

Die Verwendung von Metallrohstoffen

In fast jedem Gegenstand stecken in irgendeiner Form auch Metallrohstoffe. Aber es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Rohstoffe in einem einzigen Gegenstand verarbeitet sein können.

So enthält beispielsweise ein Mobiltelefon Gold, Kobalt, Kupfer, Platin, Silber, Tantal und Zinn. Dazu kommen Seltene Erden wie Neodym und Lanthan. Im Akku wiederum sorgt das Metall Lithium dafür, dass die elektrische Energie optimal gespeichert wird. Lithium ist auch beim Bau von Autos mit Elektromotor ein enorm wichtiger Metallrohstoff. Die Seltenen Erden wiederum sind aus modernen elektronischen Bauteilen nicht mehr wegzudenken.

Der mit Abstand wichtigste Lieferant von Seltenen Erden ist China. Viele Jahre lang bot die Volksrepublik die kostbaren Metalle zu sehr günstigen Preisen an. Doch nachdem die Nachfrage sprunghaft angestiegen ist, sind auch die Preise deutlich nach oben geklettert.

Recycling von Metallrohstoffen

Während fossile Rohstoffe wie Öl, Gas oder Kohle nur einmal für die Gewinnung von Energie genutzt werden können, lassen sich die meisten Metallrohstoffe mehrfach verwenden. Allerdings setzt dies ein sach- und fachgerechtes Recycling voraus. Pro Jahr entstehen in Deutschland etwa 1,5 Millionen Tonnen Elektroschrott und gut die Hälfte davon kehrt in recycelter Form in den Kreislauf zurück.

Dabei gibt es auch sehr gute Gründe für das Recycling von Metallrohstoffen. Ein Grund ist, dass natürliche Rohstofflager begrenzt sind. Die Rohstoffe stehen nicht in unendlicher Menge zur Verfügung und sie wachsen auch nicht einfach so nach. Deshalb wird es in Zukunft immer schwieriger werden, Rohstoffe abzubauen. Ein höherer Aufwand führt jedoch zu entsprechend höheren Kosten.

Im Unterschied dazu ist es vergleichsweise kostengünstig möglich, bereits abgebaute und damit schon vorhandene Rohstoffe zu recyceln und dem Wirtschaftskreislauf erneut zuzuführen. Gleichzeitig reduziert sich so die Abhängigkeit von den Anbietern auf dem Weltmarkt.

Allerdings besteht hier noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf, denn noch ist die Technik weit davon entfernt, alle Rohstoffe recyceln zu können. Während ein Auto inzwischen zu rund 80 Prozent wiederverwertet werden kann, sind einige Metalle noch gar nicht recycelbar.

Die Forschung verfolgt in Sachen Recycling aber einen weiteren Ansatz, nämlich das sogenannte Urban Mining. Damit ist die Nutzung von Mülldeponien als Rohstoffquellen der Zukunft gemeint, denn gerade Müllhalden können sich als echte Schatzgruben mit sehr großen Rohstoffvorräten entpuppen.

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