Gesundheitliche Gefahren beim Schweißen

Übersicht über die gesundheitlichen Gefahren beim Schweißen 

In einfachen Worten zusammengefasst bezeichnet das Schweißen ein Verfahren, durch das Werkstoffe mittels Wärme und Kraft mit oder ohne Schweißzusätze dauerhaft miteinander verbunden werden.

Der technisch vergleichbare Prozess, durch den die Werkstücke jedoch voneinander gelöst werden, wird als thermisches Schneiden oder Trennen bezeichnet.

Je nach Werkstoff und dessen Eigenschaften kommen unterschiedliche Schweißverfahren zum Einsatz, als Energiequellen dienen dabei unterschiedliche Brenngase in Kombination mit Luft oder Sauerstoff sowie elektrischer Strom in Form des Lichtbogens.

 

Das Schweißen erfordert jedoch nicht nur entsprechende Kenntnisse, Übung und Erfahrung im Umgang mit den Werkstoffen, sondern setzt immer auch ausreichende Schutzmaßnahmen voraus, um sich selbst und die Umgebung vor Schäden zu schützen.

Hier eine Übersicht über die gesundheitlichen Gefahren beim Schweißen:

       

Die Gefahren beim Schweißen lassen sich groß in drei Kategorien einteilen. Zum einen handelt es sich um elektrische Gefahren, zum anderen um Gefahren, die durch das Hantieren mit schweren, oft scharfkantigen Teilen und dem Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung teils bei Lärm entstehen können.

Hinzu kommen die Gefahrenstoffe, die während des Schweißens freigesetzt werden und zu massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

       

Die Gefahrenstoffe, die bei schweißtechnischen Verfahren entstehen, treten in Form von Gasen und Rauch- sowie Staubpartikeln auf. Gase können ungehindert in die Lunge gelangen, Partikel werden bis zu einer Teilchengröße von 100 µm eingeatmet.

Einige dieser Partikel sind dabei so winzig, dass sie bis zu den Lungenbläschen gelangen, in diesem Fall wird von der alveolengängigen Fraktion gesprochen.

In welcher Form und in welcher Menge Gefahrenstoffe entstehen, hängt von dem Schweißverfahren, dem Werkstoff und den verwendeten Schweißzusätzen ab.

Als gefährliche Gase können beim Schweißen Kohlenmonoxid, Ozon oder Stickstoffoxide entstehen, in Form von Partikeln sind beispielsweise Eisen-, Aluminium-, Nickel- oder Manganoxide, Fluoride oder Barium- und Chromverbindungen möglich. 

       

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen können grundsätzlich auf zwei unterschiedlichen Wegen erfolgen.

Zum einen können die Gase oder Partikel unmittelbar den Einwirkungsort schädigen, beispielsweise indem sie die Atemwege reizen oder verätzen.

Zum anderen sind systemische Schädigungen möglich, was bedeutet, dass die Gase und Partikel in den Körper aufgenommen werden und bestimmte Organe angreifen und schädigen. Viele Gefahrenstoffe beim Schweißen haben eine toxische Wirkung, so dass es bei geringer Konzentration zu leichten Vergiftungen, bei sehr hoher Konzentration aber auch zu lebensgefährlichen und teils tödlich endenden Vergiftungen kommen kann.

Hierzu gehören beispielsweise Gase wie Kohlenmonoxid oder Stickstoffdioxid oder auch Oxide von Metallen wie Kupfer, Zink oder Blei.

Werden über einen längeren Zeitraum Eisenoxide in hoher Konzentration aufgenommen, kann dies zu Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis führen und durch Aluminiumoxide kann es zu Vermehrungen des Bindegewebes kommen.

Zudem gibt es Stoffe, die in die Gruppe der krebserzeugenden Stoffe gehören, beispielsweise Nickeloxide, Cadmium, Beryllium oder sechswertige Chromverbindungen.

       

Neben der Auswahl geeigneter Schweißverfahren und Schweißwerkstoffe, qualitativ hochwertigen Schweißgeräten mit entsprechenden Vorrichtungen sowie einer sicheren und hochwertigen Schutzbekleidung ist beim Schweißen daher unbedingt notwendig, eine gute Belüftung sicherzustellen.

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