Der Schweißfachmann im Berufsportrait

Der Schweißfachmann im Berufsportrait

Schweißfachleute koordinieren und überwachen die Planung, die Ausführung und die Überprüfung von Schweißkonstruktionen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich.

Bei der Tätigkeit handelt es sich um eine berufliche Weiterbildung, die nach internen Richtlinien erfolgt. Doch was machen Schweißfachleute genau? Wo finden sie Arbeitsplätze? Und welche Zugangsvoraussetzungen müssen für eine Weiterbildung erfüllt sein?

Hier der Schweißfachmann/die Schweißfachfrau im Berufsportrait!

 

Die Aufgaben und Tätigkeiten als Schweißfachmann/-frau

Schweißfachleute begleiten den gesamten Prozess bei der Entstehung von geschweißten Konstruktionen und Anlagen. So wirken sie oft schon beim Kauf der benötigten Vorprodukte mit.

Dann bereiten sie die schweißtechnischen Arbeiten für die jeweilige Konstruktion vor, indem sie die Werkstoffe und die Schweißzusätze auswählen, die Werkstoffbehandlung festlegen, die Ausführung der Schweißnähte und die übrigen Arbeitsschritte definieren und die entsprechenden Schweißanlagen und Schweißvorrichtungen einrichten. Zudem teilen sie den Schweißfachkräften Arbeiten zu und weisen sie in ihre Aufgaben ein.

Als Schweißaufsichtspersonen überwachen Schweißfachleute auch die Durchführung der Schweißarbeiten. Hierzu gehört zum einen, dass sie die einzelnen Fertigungsschritte kontrollieren. Zum anderen stellen sie sicher, dass die Fertigungsvorgaben und die schweißtechnischen Arbeitsregeln eingehalten werden.

Die Kontrolle der fertigen Schweißkonstruktionen gehört ebenfalls in den Aufgabenbereich von Schweißfachleuten. In diesem Zusammenhang führen sie beispielsweise Sichtprüfungen durch, veranlassen verschiedene Schweißnahtprüfungen, bewerten anhand von Bruchproben die Prüfergebnisse und wirken an Abnahmeprüfungen mit oder geben geschweißte Bauteile frei.

 

Die Arbeitsbedingungen als Schweißfachmann/-frau

Schweißfachleute arbeiten hauptsächlich in Werkstätten und Produktionshallen. Hier planen, organisieren und überwachen sie die Arbeitsabläufe bei der Fertigung von geschweißten Konstruktionen. Ihre Aufgaben erledigen Schweißfachleute weitgehend eigenständig, allerdings in Absprache mit Ingenieuren oder Meistern.

Wenn Schweißfachleute mit Auftraggebern und Lieferanten zu tun haben, brauchen sie ein serviceorientiertes Auftreten und mitunter Verhandlungsgeschick. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind gefragt, wenn es um die Einhaltung der Vorschriften zur Unfallverhütung und der Arbeitssicherheit bei Schweißarbeiten sowie der gesetzlichen und betrieblichen Qualitätsnormen geht.

Ihre Führungsqualitäten setzen Schweißfachleute ein, wenn sie Schweißfachkräfte anleiten und in deren Aufgaben einweisen.

Bei ihrer Arbeit in Werkstätten und Produktionshallen sind Schweißfachleute Maschinenlärm, Hitze, Schmutz, Staub und verschiedenen Gerüchen ausgesetzt. Manchmal müssen sie Schutzkleidung tragen. Gleiches gilt, wenn sie an anderen Einsatzorten wie beispielsweise Baustellen tätig sind.

Ein weiterer Arbeitsplatz von Schweißfachleuten ist das Büro. Hier entwerfen Schweißfachleute am Computer Konstruktionspläne und erstellen Kostenabrechnungen. Je nach Betrieb arbeiten Schweißfachleute in Schichten.

 

Die Beschäftigungsmöglichkeiten als Schweißfachmann/-frau

Arbeitsplätze für Schweißfachleute finden sich überwiegend in

  • Metallbaubetrieben
  • Maschinen-, Fahrzeug-, Motoren-, und Werkzeugbauunternehmen
  • Betrieben des Baugewerbes
  • Unternehmen des Stahl-, Rohrleitungs- und Behälterbaus

Wie viel Schweißfachleute verdienen, hängt zum einen von ihrem Verantwortungsbereich und ihrer Berufserfahrung und zum anderen von der Branche, der Region, dem Betrieb und den Arbeitsbedingungen ab. Bei einer Vergütung nach Tarifvertrag liegt der durchschnittliche Grundlohn bei ungefähr 3.000 Euro brutto.

 

Die Voraussetzungen für eine Weiterbildung zum/r Schweißfachmann/-frau

Der Beruf des Schweißfachmannes/der Schweißfachfrau ist kein Ausbildungsberuf im klassischen Sinne. Stattdessen handelt es sich um eine berufliche Weiterbildung, die an vorhandene Kenntnisse anknüpft und durch interne Richtlinien geregelt ist. Um die Weiterbildung absolvieren zu können, brauchen angehende Schweißfachleute

  • einen Abschluss als Facharbeiter oder Geselle in einem Metall verarbeitenden Beruf, drei Jahre Berufspraxis im Bereich der Metallverarbeitung und ein Mindestalter von 22 Jahren oder
  • einen Abschluss als Meister im metallverarbeitenden Handwerk oder
  • einen Abschluss als Industriemeister in der Fachrichtung Metall oder
  • einen Abschluss als Techniker oder Ingenieur in einem technischen Fachbereich oder
  • einen Abschluss als DVS-Schweißwerkmeister.

Um den Wissensstand zu sichern und auf einem aktuellen Stand zu halten, müssen Schweißfachleute teilweise zusätzliche Schweißerprüfungen ablegen und in gewissen Abständen Wiederholungsprüfungen absolvieren.

 

Der Ablauf der Weiterbildung zum/r Schweißfachmann/-frau

Wie lange die Weiterbildung dauert, hängt zum einen vom Anbieter und zum anderen von der Unterrichtform ab. Denn die Lehrgänge werden in Vollzeit, in Teilzeit und als Fernunterricht angeboten. Inhaltlich gliedert sich die Weiterbildung in vier Teile nämlich

  1. Allgemeine technische Grundlagen
  2. Fachkundliche Grundlagen
  3. Praktische Grundlagen
  4. Hauptlehrgang

Je nachdem, welche Qualifikationen bereits vorhanden sind, müssen aber mitunter nicht mehr alle vier Lehrgangsteile absolviert werden. Meister, Techniker und Ingenieure aus dem Metallbereich beispielsweise können den ersten Lehrgangsteil auslassen und stattdessen bei den Fachkundlichen Grundlagen einsteigen. DVS-Schweißwerksmeister wiederum müssen für eine Weiterbildung zum Schweißfachmann/zur Schweißfachfrau nur am Hauptlehrgang teilnehmen.

Nach den beiden ersten Lehrgangsteilen finden jeweils Zwischenprüfungen statt. Am Ende wird eine Abschlussprüfung abgelegt, die einen schriftlichen und einen mündlichen Prüfungsteil umfasst. Abgelegt wird die Prüfung vor einer Prüfungskommission des Lehrganganbieters.

Die Weiterbildung wird, je nach Bildungsanbieter, nach erfolgreich abgelegter Prüfung mit der Berufsbezeichnung DVS-Schweißfachmann/-frau, European Welding Specialist oder International Welding Specialist abgeschlossen.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

Thema: Der Schweißfachmann im Berufsportrait

Kommentar verfassen